Chronik

Flachgauer missbrauchte acht Kinder: Täter muss nicht ins Gefängnis

Ein Berufungssenat des Oberlandesgericht Linz verwarf am Dienstagvormittag am Salzburger Landesgericht die Strafberufung der Staatsanwaltschaft gegen einen 25-jährigem ehemaligen Kinderartenpädagogen, der insgesamt acht Kinder teilweise schwer sexuell missbraucht hatte.

Die Prozessbeobachter waren über das Urteil erstaunt. SN/bilderbox
Die Prozessbeobachter waren über das Urteil erstaunt.

Der Flachgauer, der an den zu den Tatzeiten großteils erst drei bis fünfjährigen Opfern teilweise auch beischlafsähnliche Handlungen vorgenommen hatte, erhielt in erster Instanz im August am Landesgericht 18 Monate gänzlich bedingte Haft und eine Geldstrafe von 2160 Euro. Der Staatsanwaltschaft war die Strafe - bei einem möglichen Strafrahmen bis zu zehn Jahren Haft - zu wenig. Sie forderte des halb eine deutliche Erhöhung und eine unbedingte Haftstrafe.
Der Berufungssenat unter Vorsitz von Karl Bergmayr kam dem jedoch nicht nach. Die verhängte Strafe sei aus spezialpräventiven sowie generalpräventiven Gründen angemessen. So habe sich der damalige Kindergärtner "aus freien Stücken bei der Polizei gestellt und die Taten gestanden, obwohl frühere Ermittlungen gegen ihn bereits eingestellt worden waren". Weiters betonte Senatspräsident Bergmayr - zum Erstaunen der Prozessbeobachter -, dass das erstinstanzliche Urteil auch in der Wirkung nach außen angemessen sei: "Es soll der Gesellschaft nichts besseres passieren, als das ein Täter selbst zur Polizei geht und sagt: Ich war es, bestraft mich'".
Das Urteil gegen den Flachgauer (Verteidiger: RA Hellmut Prankl) ist damit rechtskräftig. Er hatte im ersten Prozess auch ein Berufsverbot erhalten und die Weisung, eine Psychotherapie zu absolvieren.

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