Chronik

Flaschenwürfe und Gewalt gegen Polizei auf dem Salzburger Rudolfskai: Burschen verurteilt

Mit Schutzschilden rückte die Polizei damals gegen aggressive, gewaltbereite Jugendliche vor. SN/apa/fmt pictures
Mit Schutzschilden rückte die Polizei damals gegen aggressive, gewaltbereite Jugendliche vor.

Ein massiver Polizeieinsatz, an dem letztlich fast 50 Ordnungshüter beteiligt waren, hatte in der Nacht zum 3. November 2019 für Aufsehen gesorgt. Eine Reihe von großteils jugendlichen, aggressiven Nachtschwärmern hatte sich Schlägereien geliefert - als es dann gegen einige alarmierte Polizisten zu Flaschenwürfen und Attacken bei den folgenden Festnahmen kam, wurden letztlich dutzende weitere, teils mit Plexiglas-Schilden und Schutzausrüstung ausgestattete Polizisten zum Kai beordert. Gegen vier Uhr früh war die Partymeile schließlich geräumt.

In der Folge erhob die Staatsanwaltschaft Strafantrag gegen insgesamt sechs junge Rudolfskai-Rowdys - wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt sowie wegen teils vollendeter, teils versuchter Körperverletzung gegen letztlich zwei Beamte und gegen einen Nachtschwärmer.

Drei der sechs Burschen im Alter zwischen - damals - 15 und 21 Jahren wurden von der Salzburger Jugendrichterin Nicole Haberacker bereits früher verurteilt. Am Freitag standen nun die drei übrigen "Kai-Rowdys" vor der Richterin. Einer - ein jetzt 16-jähriger, bereits wegen Raubes vorbestrafter Serbe - bekannte sich schuldig, damals gezielt zwei Flaschen in Richtung mehrerer Polizisten geworfen zu haben, wodurch eine Beamtin am Arm verletzt wurde. Der Serbe erhielt, verhängt als Zusatzstrafe zur Raubverurteilung, fünf Monate bedingte Haft. In den rechtskräftigen Schuldspruch flossen mehrere andere, kleinere Straftaten ein. Geständig zeigte sich auch ein 18-jähriger Türke, sich damals am Kai mit Gewalt von einem Polizsiten losgerissen zu haben, der ihn festnehmen wollte. Er erhielt vier Monate Haft. Im Fall eines ebenfalls wegen (versuchten) Widerstands angeklagten 18-jährigen Österreichers, dem ebenfalls weitere Delikte in anderen Kontexten angelastet wurden (Körperverletzung, Sachbeschädigung, versuchter Diebstahl, Nötigung) wurde vertagt.

Apropos weitere, nicht mit den Rudolfskai-Krawallen in Zusammenhang stehende Delikte: Vor Gericht standen Freitag noch vier weitere Burschen, alle 17- oder 18-jährig. Sie sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung, teils auch gemeinsam mit den Angeklagten im Faktum Rudolfskai, 2019 und 2020 diverse Straftaten verübt haben. Auch in ihrem Fall gab es bedingte Haft oder eine Vertagung. Insgesamt umfasst der sukzessive dicker gewordene Gerichtsakt sogar 19 (!) Strafanträge, die sich in unterschiedlichem Umfang gegen insgesamt gleich 16 Angeklagte richten bzw. gerichtet haben.

Aufgerufen am 30.09.2020 um 05:24 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/flaschenwuerfe-und-gewalt-gegen-polizei-auf-dem-salzburger-rudolfskai-burschen-verurteilt-92694721

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