Chronik

Forderung nach Tierschutzheim für den Pinzgau

Seit Jahren wird es von Tierschützern verlangt, nun ist es wieder ein Thema im Salzburger Landtag. Die PN haben mit Politikern darüber gesprochen.

Für Hunde, deren Herkunft unbekannt ist oder die zulaufen, braucht es das Heim, ebenso für Katzen und andere Tiere.   SN/heinz bayer
Für Hunde, deren Herkunft unbekannt ist oder die zulaufen, braucht es das Heim, ebenso für Katzen und andere Tiere.  

"Menschen, denen Tiere wichtig sind, haben mich angeredet", sagt SPÖ-Landtagsabgeordnete Barbara Thöny. "Sie haben mir richtige Horrorszenarien geschildert. Ich habe mich informiert und weiß jetzt: Der Pinzgau braucht ein Tierschutzhaus, in dem in Not geratene Tiere versorgt werden können" , so die Saalfeldenerin.

Dies werde seit Jahren verlangt, so Thöny. Bereits 2014 habe ein vom Verfassungs- und Verwaltungsausschuss behandelter Antrag gefordert: "Die Landesregierung wird beauftragt, mit den Pinzgauer Tierschutzorganisationen innerhalb eines Jahres ein Konzept zur Errichtung eines zeitgemäßen Tierheimes im Pinzgau zu erarbeiten, das folglich umgehend umzusetzen ist." Doch geschehen sei bis heute noch nichts.

Damals, 2014, habe es im Pinzgau noch zwei Einrichtungen gegeben, diese hätten 200 Fund- und andere in Not geraten Tiere aufgenommen. Eine dieser Einrichtungen habe zwischenzeitlich schließen müssen. Die Situation im Pinzgau habe sich daher weiter verschärft.

Ins selbe Horn stößt Karin Dollinger, Tierschutzsprecherin der SPÖ im Landtag. "Obwohl der Bedarf an Tierschutzeinrichtungen in Salzburg größer wird, sinken die budgetierten und die tatsächlich ausgegebenen Landesgelder seit Jahren. Ich fordere den zuständigen Landesrat Dr. Schwaiger auf, endlich mehr Geld für den Tierschutz in Salzburg einzusetzen. Auch die jüngst ausverhandelten 200.000 Euro vom Vergleich vor Gericht mit Gut Aiderbichl sollen zweckgebunden verwendet werden. Investitionen in Tierschutzeinrichtungen sind in allen Regionen nötig."

Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) sagte den Pinzgauer Nachrichten dazu: "Ich habe dieses Thema mit 1. Jänner geerbt und sehe es neutral. Es geht nicht um die Baukosten, diese sind stemmbar. Es handelt sich um einige Hunderttausend Euro. Aber das Land kann nicht auch die Dauerkosten tragen. Wir brauchen keinen Dauerabgang, der zur Dauersubvention wird. Man muss so ein Heim führen wie einen kleinen Betrieb. Es braucht eine Organisation, die auch betriebswirtschaftlich denkt. Zum Teil muss das ehrenamtlich laufen, zum Teil wird die Arbeit bezahlt", so Schwaiger. Über die Kosten eines laufenden Betriebes habe er keine Zahlen und kenne auch kein Konzept. "Ich kenne aber viele Wünsche. Ich selbst wünsche mir, dass diejenigen einmal sagen, wie das laufen soll. Beispielsweise mit zweieinhalb Arbeitskräften im Wechseldienst, zum Teil ehrenamtlich."

Für ihn sei klar: "Die Verwahrung der Tiere ist eine Notwendigkeit", sagt der Landesrat und ergänzt: "Im Tierschutzbereich gibt es oft ehrgeizige Leute. Man muss etwas auf die Beine stellen, das Bestand hat, das fordere ich ein." Die Zusammenarbeit mit der Region sei ihm wichtig, betont Schwaiger. "Wir werden gemeinsam ein Konzept aufstellen und um die Finanzierung schauen. Das ist jetzt keine Zusage, denn es muss etwas sein, wo der Betrieb auf Jahre gesichert ist. Es ist nicht nur ein Bauobjekt, es muss auf Dauer bespielt werden. Das werden wir wahrscheinlich hinkriegen."

Pinzgaus Bezirksveterinär Siegfried Fuchs sagt: Ein Tierheim ist genehmigungspflichtig, ein Antrag ist bei der Bezirksbehörde zu stellen. Die Tierhalteverordnung verlangt Mindestanforderungen bezüglich der räumlichen Ausstattung, der Leitung der Einrichtung und der Betreuungspersonen. Und alles ist genau zu dokumentieren."

Für Hunde, deren Herkunft unbekannt ist, benötige es eine Fläche von 15 Quadratmetern für den ersten Hund und fünf Quadratmeter für jeden weiteren. Räume müssten leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. Auch eine Auslauffläche sei vorzusehen, sagt Fuchs. Für Katzen sei die Fläche nicht so ein großes Problem, sagt Fuchs.

Der Landtag wird sich diese Woche auf Antrag der SPÖ-Abgeordneten Thöny und Dollinger mit dem Thema Tierheim für den Pinzgau befassen. Thöny: "Nachdem die vorige schwarz-grüne Landesregierung untätig geblieben ist und die Ausgaben für den Tierschutz sogar reduziert hat, fordere ich Unterstützung von der jetzigen Regierung."

Aufgerufen am 22.10.2019 um 08:50 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/forderung-nach-tierschutzheim-fuer-den-pinzgau-70364848

Schlagzeilen