Chronik

Frohe Botschaft kommt aus dem Prangerstutzen

Das "Christkindl-Anschießen" auf der Festung hat Tradition. Auch in Leopoldskron kündigen Schützen das Weihnachtsfest an.

„Feuer frei“, heißt es auch heute um 12.00 Uhr beim „Christkindl-Anschießen“ auf der Kuenburgbastei der Salzburger Festung. SN/franz neumayr
„Feuer frei“, heißt es auch heute um 12.00 Uhr beim „Christkindl-Anschießen“ auf der Kuenburgbastei der Salzburger Festung.

Das "Christkindl-Anschießen" am 24. Dezember um 12.00 Uhr auf der Festung Hohensalzburg ist Tradition bei den Festungsprangerstutzenschützen. Der Verein wurde 1979 unter anderem von Karl Zinnburg gegründet - heute ist es sein Sohn Christian Zinnburg, der das Kommando für die Schützen gibt. Er wurde quasi mit der Vereinsgründung Mitglied. "Unterm Christbaum lagen ein Prangerstutzen, eine Lederhose und Haferlschuhe", erinnert er sich.

Das "Christkindl-Anschießen" verläuft nach einem genauen Protokoll. Zunächst geben die Schützen - auf der Kuenburgbastei der Festung haben rund 25 Schützen Platz - zwei Salven im Zehn-Sekunden-Abstand ab. Danach folgt die Ehrensalve für Landeshauptmann Wilfried Haslauer. "Das ist die von meinem Vater entwickelte sogenannte Zinnburg-Lage", erklärt Christian Zinnburg. Dabei feuert das erste Drittel der Schützen im Drei-Sekunden-Abstand, das zweite Drittel im Ein-Sekunden-Abstand und das letzte Drittel im Schnellfeuer. Anschließend folgen ganze Salven mit jeweils drei Sekunden und einer Sekunde Abstand sowie eine Schnellfeuer-Salve. Abschluss des "Christkindl-Anschießens" bildet die Schützenandacht in der Georgskapelle.

Auch im Salzburger Stadtteil Leopoldskron und in Aigen hat das "Christkindl-Anschießen" Tradition. Dort gibt jeder Schütze mittags maximal drei Schüsse vor seinem eigenen Haus ab. Anschließend wird die Frohe Botschaft aus dem Prangerstutzen auch an verschiedenen Stationen in Leopoldskron verkündet. Früher wurde am 24. Dezember teilweise sogar zur Mitternachtsmette geschossen. "Das hat sich aber aus Lärmschutzgründen aufgehört", erläutert Gottfried Grömer, der Salzburger Schützen-Bezirkskommandant.

Aus der Tradition des "Christkindl-Anschießens" haben sich in einigen Tennengauer und Flachgauer Gemeinden sowie im bayerischen Raum Weihnachtsschützen etabliert. Ganz im Zeichen 200 Jahre Stille Nacht steht der Auftritt der Arnsdorfer Stille-Nacht-Weihnachtsschützen. Mit ihren Pranger-stutzen begrüßen sie um 15.45 Uhr die mit dem Sonderzug zur Andachtsfeier kommenden Gäste mit einem langsamen Lauffeuer.

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