Chronik

Fünf Mal Flüchtlinge nach Bayern geschleust: Haftstrafe für Iraker

Ein in Linz lebender Iraker (33) hatte bei seinen Fahrten für eine Schlepperbande jeweils zumindest drei illegale Migranten nach Deutschland gebracht. Im Salzburger Schöffenprozess war er teilgeständig.

Die Anklage gegen den 33-jährigen Iraker, der 2015 nach Österreich geflüchtet war und vor seiner Verhaftung in Linz als Friseur arbeitete, wog durchaus schwer: Bereits zwischen 20. Oktober und 26. November 2019, binnen nur fünf Wochen, soll er an insgesamt elf Schlepperfahrten von illegalen Flüchtlingen über Österreichs Grenze nach Bayern beteiligt gewesen sein. Wie Staatsanwalt Leon-Atris Karisch dem Angeklagten nun am Freitag vor einem Salzburger Schöffengericht anlastete, habe dieser "entweder selbst als Fahrer oder als Mitorganisator und Koordinator der Schleusungen durch Österreich" fungiert. Karisch warf dem Iraker das Verbrechen der Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vor: Der Angeklagte sei Teil einer Bande aus fünf bekannten, großteils bereits abgeurteilten sowie weiteren unbekannt gebliebenen Mittätern gewesen, "die sich zusammenschlossen, um sich durch illegale Schleusungen zu bereichern". Bei den elf Fahrten seien immer zumindest drei Flüchtlinge, Kurden aus dem Iran oder Irak, geschleppt worden.

Der 33-Jährige, der sich Freitag gegenüber dem Schöffensenat (Vorsitz: Richter Philipp Grosser) teilgeständig zeigte, ist übrigens bereits in Deutschland wegen Schleusung von Flüchtlingen einschlägig vorbestraft. So wurde er im Dezember 2019 wegen einer (weiteren) illegalen Schleusung und anderer fremdenpolizeilicher Delikte in Bayern verhaftet; und dann im Mai 2020 am Amtsgericht Passau zu insgesamt 18 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Im jetzigen Salzburger Prozess bekannte er sich grundsätzlich schuldig ("ich habe mich von Bekannten leider dazu hinreißen lassen, mitzutun"), beteuerte aber: "Ich habe nur fünf Fahrten gemacht und dabei die Leute jeweils von Linz nach Passau gefahren. Fahrten koordiniert oder gar organisiert habe ich nie."

Der Senat erkannte den Iraker letztlich wegen Durchführung von fünf Schlepperfahrten für schuldig. Unter Bedachtnahme auf die einschlägige Vorverurteilung in Deutschland aus 2020 wurde nun eine Zusatzstrafe von einem Jahr unbedingter Haft verhängt. Rechtskräftig.

Aufgerufen am 29.11.2021 um 06:21 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/fuenf-mal-fluechtlinge-nach-bayern-geschleust-haftstrafe-fuer-iraker-111279508

Salzburger Adventsingen im Fernsehen

Salzburger Adventsingen im Fernsehen

Das Adventsingen im Großen Festspielhaus hat doch stattgefunden: Der einzige Auftritt der fast 150 Mitwirkenden ohne Publikum sei mit acht Kameras aufgezeichnet worden, berichtet Hans Köhl. Die leicht …

Einfamilienhaus vollständig ausgebrannt

Einfamilienhaus vollständig ausgebrannt

Am Sonntagnachmittag ist in einem Einfamilienhaus in Anger im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land ein Brand im ausgebauten Dachgeschoss ausgebrochen. Das meldet das Bayerische Rote Kreuz. Dabei hat …

Kommentare

Schlagzeilen