Chronik

Fünf neue Regeln für Radfahrer - und die, die schon immer galten

Seit 1. April gelten für Radler auf Österreichs Straßen neue Regeln. Hier die Zusammenfassung - und dazu die wichtigsten Bestimmungen, die zwar nicht neu sind, aber oft missachtet werden.

Die Radfahrstraße am Salzach-Treppelweg. SN/robert ratzer
Die Radfahrstraße am Salzach-Treppelweg.

Sie treten mit 1. April in Kraft, sind aber kein Aprilscherz, sondern von jedermann zu beachten: Die Neuerungen im Verkehr für Radler und sonstige Zweirad-Mobilisten. Es tritt eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (30. StVO-Novelle) in Kraft. Diese gibt den Radlern mehr Rechte im Straßenverkehr.

1. Vorrang beim Rechtsabbiegen

Der Ex-Kanzler biegt rechts ab - seine Partei tat es schon vor ihm. Jedenfalls: An der Pflicht zum Handzeichengeben ändert sich nichts.  SN/apa
Der Ex-Kanzler biegt rechts ab - seine Partei tat es schon vor ihm. Jedenfalls: An der Pflicht zum Handzeichengeben ändert sich nichts.


Klargestellt wird mit der StVO-Novelle, dass Radfahrer auf einem parallel zur Straße verlaufenden Radweg Vorrang gegenüber abbiegenden Fahrzeugen haben. Das war bisher nicht eindeutig geregelt. Radfahrer haben auch gegenüber rechtsabbiegenden Fahrzeugen Vorrang: Fahrzeuge, die ihre Fahrtrichtung beibehalten oder nach rechts einbiegen, haben den Vorrang gegenüber entgegenkommenden, nach links einbiegenden Fahrzeugen.

2. Einordnen lassen!

Autofahrer müssen Radler einordnen lassen. Ob dies auch für Radfahrer gilt, die von oben kommen?  SN/robert ratzer
Autofahrer müssen Radler einordnen lassen. Ob dies auch für Radfahrer gilt, die von oben kommen?

Beim Verlassen eines Radwegs haben andere Fahrzeuge im fließenden Verkehr den Vorrang. Wenn ein Radweg endet, muss dies in Zukunft nicht mehr durch die Markierung "Ende" gekennzeichnet sein. Neu ist: Beim Einordnen in den Fließverkehr ist das Reißverschlusssystem anzuwenden. Bisher galt, dass Radler warten mussten, um sich einzuordnen. Mit der neuen Verordnung sind sie mit anderen Fahrzeugen gleichberechtigt.

3. Schutzwege befahren verboten

Hier müssen Radler absteigen.  SN/APA (dpa)/Sebastian Kahnert
Hier müssen Radler absteigen.

Hier erfolgt eine Klarstellung, die keine Missverständnisse mehr zulässt: Das Befahren von Schutzwegen ist für Radfahrer streng verboten - außer der Schutzweg hat eine Zusatzmarkierung für Radfahrer.

4. Mit 9 Jahren zum Radausweis

Legal radeln ab 9 Jahren. (Symbolbild) SN/www.bilderbox.com
Legal radeln ab 9 Jahren. (Symbolbild)

Der Radfahrausweis kann künftig schon von Neunjährigen gemacht werden, die die vierte Schulstufe besuchen. Bislang war das erst ab dem 10. Lebensjahr möglich. Warum das wichtig ist? Erst nach bestandener Radfahrprüfung dürfen Kinder auch ohne Erwachsene Begleitperson Radfahren. Die Radhelmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren bleibt übrigens so, wie sie ist.

5. Ab 8 Jahren auf dem Miniscooter

Fährt Lewis Hamilton in Österreich mit seinem Boliden, gilt auch für ihn: Am Gehweg nur Schritttempo.  SN/AP
Fährt Lewis Hamilton in Österreich mit seinem Boliden, gilt auch für ihn: Am Gehweg nur Schritttempo.

Miniscooter bzw. Tretroller dürfen künftig von Kindern ab dem 8. Lebensjahr ohne Begleitperson verwendet werden. Bislang war dies erst ab zehn Jahren (mit Radfahrausweis) beziehungsweise 12 Jahren erlaubt.
Mit kleinen Scootern darf in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehsteig gefahren werden, sofern keine FußgängerInnen gefährdet werden. Das gilt aber nur für Scooter ohne Motor. Elektrisch betriebene Zweiräder sind nicht betroffen.

Was schon bisher galt und weiter gilt:

Auf Schienen haben Radler nichts verloren.  SN/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Auf Schienen haben Radler nichts verloren.

Radfahrer dürfen 0,8 Promille Alkohol im Blut haben, darüber wird bestraft.
Kinder, die keinen Radfahrausweis haben, brauchen eine Begleitperson - die muss wiederum mindestens 16 Jahre alt sein. Ab dem 12. Lebensjahr dürfen Kinder dann auch ohne Radausweis alleine fahren.

Radfahrer dürfen bzw. müssen auf folgenden Flächen fahren:
Auf normalen Straßen, die keinen Radweg oder keine Radspur haben. Gegen die Einbahn nur, wenn diese Erlaubnis gesondert beschildert wurde. Natürlich auf Ge- und Radwegen, Radwegen und Radstreifen, außer mit mehrspurigen Fahrrädern und mit Anhängern, die breiter als 100cm sind (bisher waren es 80 cm) und nicht der Personenbeförderung dienen. In Wohnstraßen darf geradelt werden, aber nur mit Schrittgeschwindigkeit, ebenso in Begegnungszonen bei entsprechender Kennzeichnung.

Fahrverbote für Fahrräder gelten auf dem Gehsteig - außer zum Queren im Zuge der Zufahrt zu einem Fahrradabstellplatz; hier sind Kinderfahrräder die Ausnahme, wenn ein Erwachsener dabei ist. Natürlich sind Autobahnen für Radler tabu, auch Autostraßen, ebenso (schon bisher) Zebrastreifen. Hier ist der Drahtesel zu schieben.

Beschilderungen mit "Dreieck" oder Stopptafel gelten auch für Radfahrer! Bei Radfahrerüberfahrten gelten besondere Regeln: Ein Tempolimit bei ungeregelten Überfahrten etwa; die so genannte Annäherungsgeschwindigkeit beträgt maximal 10 km/h. Telefonieren beim Radfahren ist verboten; Ausnahme: Telefonieren mit Freisprecheinrichtung. Bei Verstoß droht eine Strafe von 50 Euro bis 72 Euro.

Quelle: SN

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