Chronik

Futtersituation für Lungauer Kühe dramatisch

Ein Drittel weniger Futter von heimischen Wiesen sorgt für Überlegungen in Sachen Dürreversicherung und künstliche Bewässerung.

Einige von ihnen müssen den Lungauer Hof wegen Futtermangel heuer verlassen. Bild:  SN/robert ratzer
Einige von ihnen müssen den Lungauer Hof wegen Futtermangel heuer verlassen. Bild:

Knapp 600 Tierhalter haben im Lungau 15.000 Rinder im Stall - zwei Drittel davon sind Jungtiere. Ihre hervorragende Milchqualität führte zur Entwicklung der Eigenmarke "Die reine Lungauer", die für den Biosphärenpark zur Erfolgsgeschichte wurde.

Kaum Hoffnung auf dritten Schnitt

Bedroht der trockene Sommer die heimische Landwirtschaft in ihrer Existenz? Zu der Frage nahm Andreas Kaiser, Bezirkssekretär in der Landwirtschaftskammer Tamsweg, gegenüber den "LN" Stellung: "Die Ertragseinbußen beim ersten Schnitt lagen bei über 30 Prozent, die beim zweiten bei über 50 Prozent und für das dritte Mähen der Wiesen Mitte September kann man den Lungauer Bauern auch nicht viel Hoffnung machen. Da müsste es 14 Tage lang ausgiebig regnen, um auf den zum Teil verbrannten Feldern entsprechende Futtermengen zu ernten. Dramatisch ist die Situation auch deshalb, weil der Futtermittelzukauf nur zu deutlich erhöhten Preisen möglich ist."

Klimawandel macht Dürreversicherung attraktiv

Die Kammer rät Bauern immer wieder zu Dürreversicherungen, die so wie Hagelversicherungen angeboten werden. Solche Versicherungsarten kamen erst mit dem Klimawandel ins Gespräch. 2013 herrschten im Lungau übrigens ähnliche Bedingungen. Kaiser: "Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass heuer am Ende eines langen Winters Futterreserven angebraucht wurden. Damit stehen viele Bauern jetzt vor der Frage: Reduziere ich den Viehbestand oder füttere ich mit Zukäufen durch. Die Situation schlägt sich am niederpreisigen Viehmarkt nieder."

Ein Drittel der im Lungau benötigten Futtermittel für 2019 fehlt nach Meinung des Agrarexperten in jedem Fall.

Langfristig wird man sich mit einem in Südtirol praktizierten Modell der Bewässerung von Feldern befassen: "Dort ist es grundsätzlich ähnlich trocken wie im Lungau. Im Talbereich werden dort Felder technisch bewässert. In Hanglagen, und davon haben wir im Lungau zur Genüge, ist das nicht wirklich anwendbar."

Kartoffelernte nicht so massiv betroffen

Die Trockenheit dürfte nicht nur den Paradeprodukten Milch und Fleisch, sondern auch den Kartoffeln zusetzen. Eine Plage wie in anderen Ländern, wo Mäuse ganze Felder "abfressen", ist hierzulande derzeit kein Thema.

Das Ernteergebnis wird unter dem anderer Jahre liegen. Die Ausgangslage ist aber von Region zu Region unterschiedlich. Kaiser: "Hier muss man unterscheiden, da es sandige Böden gibt oder lehmigere, die das wenige Wasser besser halten können."

Aufgerufen am 20.09.2019 um 08:23 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/futtersituation-fuer-lungauer-kuehe-dramatisch-74535850

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