Chronik

Gans mit Dose am Schnabel gerettet

Zwei Wochen lang kämpfte eine Gans am Leopoldskroner Weiher mit einer Dose im Schnabel. Nun konnten Mitarbeiter des Zoos das Tier endlich einfangen.

Die Graugans ist sichtlich verärgert. Sie faucht und schimpft in ihrer Box. Die Behandlung, die sie in den letzten Stunden im Salzburger Zoo bekam, war für sie sicher nicht angenehm. Es war aber ein notwendiges Übel. Knapp zwei Wochen war die Graugans am Leopoldskroner Weiher mit einer Dose am Schnabel unterwegs gewesen. Das Stück Metall hinderte das Tier am fressen und an der Pflege des Gefieders.

Viele hatten ihr helfen wollen, nur geschafft hat es lange Zeit niemand. Die Passanten konnten die Gans genauso wenig schnappen wie Tierschützer. Die Berufsfeuerwehr, die als erste zu dem Tier gerufen wurde, hatte bald gemerkt, dass es mit dem Fangen nicht so einfach wird. So wurde in Absprache mit dem Magistrat der Zoo eingeschaltet. Aber auch die Tierexperten hatten ihre liebe Mühe mit dem Tier, das mittlerweile wegen der vielen Fangversuche gewarnt war und sich immer seltener blicken ließ.

Am Freitag war es dann soweit. "Wir waren bereits am Morgen dort", sagt Zoo-Tierärztin Miriam Wiesner. Aber die Gans wagte sich nicht ans Ufer. Zu Mittag kam dann ein Anruf einer Anrainerin: Der Vogel befinde sich gerade am Ufer. Die beiden Tierpfleger Michael Gruber und Christopher Köppel machten sich sofort auf dem Weg und fanden die Gans in einer Wiese. Dort konnten sie das Tier schließlich fangen - und zwar mit bloßen Händen. "Mit einem Kescher oder anderen Gerätschaften darf man nicht hingehen. Das merkt das Tier sofort."Der Gans geht es gutDie beiden brachten die Gans in den Zoo. Dort wurde das Tier erst mit einer Inhalationsnarkose betäubt. Mit einem Seitenschneider konnten die Zoo-Mitarbeiter die Dose schließlich entfernen. Dann untersuchte Tierärztin Miriam Wiesner die Gans. Die gute Nachricht: Die Zunge wurde durch die Dose nicht verletzt. "Nur der Hornschnabel der Gans wurde etwas eingeschnitten. Für das Tier sollte das aber später keine weitere Beeinträchtigung bringen", sagt Wiesner.

Die Tierärztin spülte und desinfizierte die Wunde, dann war für die Gans die Tortur vorbei. Das Schimpfen deutete Wiesner als gutes Zeichen. Entlassen kann die Gans aber noch nicht werden. Denn ganz fit ist sie noch nicht. Zwar konnte sie trinkend ein bisschen Nahrung aufnehmen, trotzdem ist das Tier mittlerweile sehr geschwächt. Die nächsten Tage soll es im Zoo aufgepäppelt werden. Dann wird die Gans wieder freigelassen.

Dieser Freitag sei ein Glückstag gewesen, sagt Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner. Wobei es nicht nur Glück gewesen sei, dass die Rettung letztlich glückte. "Um so eine Wildgans zu fangen, braucht man viel Erfahrung. Und die haben unsere Mitarbeiter, die jeden Tag mit Tieren arbeiten", sagt Grebner.

Aufgerufen am 20.06.2018 um 03:20 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/gans-mit-dose-am-schnabel-gerettet-2701504

Am Ende steht die Barbarei

Nach geltendem Recht ist die unerlaubte Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika nicht …

Autorenbild

Das parzellierte Paradies

Schrebergärten sind begehrt wie nie zuvor. Als suburbaner Rückzugsort bieten sie auf kleinstem Raum Erholung und Natur. Ganz unproblematisch ist die Situation im Mikrokosmos aber nicht. Es gibt in Österreich …

Meistgelesen

    Schlagzeilen

      SN.at Startseite