Chronik

Gasteiner Tal: Ausfahrt ab Mitternacht nur noch mit Test

In Bad Hofgastein gibt es die Ausreisebeschränkungen seit mehr als einer Woche. Nun ordnet sie das Land ab Montag für das gesamte Gasteiner Tal an, während in Radstadt bald wieder freie Fahrt gilt.

Der Pongau leuchtet rot auf der Karte der Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag bei weit über 500 - während alle anderen Salzburger Bezirke - teils weit - unter 300 liegen. Im Pinzgau liegt die Inzidenz bei 180. In der vergangenen Woche ordnete das Land bereits für zwei Hotspots - nämlich Radstadt und Bad Hofgastein - sogenannte Ausreisebeschränkungen an. Raus durfte nur noch, wer einen negativen Coronatest vorweisen kann.

Großflächigere Maßnahmen wollte sich das Land eigentlich ersparen. Doch seit Donnerstag ist das anders. Nach und nach sind mehr Hotspots dazugekommen. In Dorfgastein liegt die Sieben-Tages-Inzidenz derzeit bei 1221, in Bad Gastein bei 631. Deshalb kommt für das gesamte Gasteiner Tal eine Ausreisetestpflicht ab Sonntagmitternacht.

Schulen in Bad Hofgastein geschlossen

In Bad Hofgastein werden ab Montag die Schulen in der Gemeinde geschlossen. Der Unterricht wird auf Distance Learning umgestellt. Auch die Kindergärten werden geschlossen. In den Schulen gibt es Betreuung für alle, die das benötigen.

In den Kinderbetreuungseinrichtungen könnten nur jene Eltern ihre Kinder anmelden, die in systemrelevanten Berufen tätig seien und keine andere Möglichkeit der Betreuung hätten, sagt Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP). "Wir legen es aber auch in den Schulen nahe, nur jene Kinder in Betreuung zu geben, wo die Familien keine andere Möglichkeit haben." Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sagt, es sei ihm klar, dass in den nächsten Wochen wieder große Herausforderungen auf alle Betroffenen zukämen. "Aber derzeit gilt es in Absprache mit den Gesundheitsbehörden die Infektionsketten zu unterbrechen."

Die Regeln im Überblick

Vorerst gilt von Montag, 15. März, 0 Uhr, bis 26. März, 24 Uhr:

  • verpflichtende Ausfahrtstests (PCR- oder Antigen Schnelltests von offiziellen Teststationen, Apotheken, Ärzten usw.) für Personen ab 15 Jahren. Ein vorgelegter PCR Test ist 72 Stunden lang gültig, ein Antigen-Schnelltest 48 Stunden.
  • Ausreisekontrollen auch bei Bussen im öffentlichen Verkehr
  • Impfung befreit nicht von Testpflicht
  • Ausnahmen von verpflichtenden Ausfahrtstests gelten für Durchreisende ohne Zwischenstopp (Tauernschleuse per Bahn), Personen, die in den vergangenen sechs Monaten eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben und diese mittels ärztlicher Bestätigung nachweisen können und für Personen mit einem Nachweis von neutralisierenden Antikörpern durch einen sogenannten "Neutralisationstest", der nicht älter als drei Monate ist. Ausnahmen gibt es auch für den gewerblichen Güterverkehr und bei unaufschiebbaren behördlichen oder gerichtlichen Wegen.

Frühere Lockerungen in Radstadt

Über Lockerungen dürfen sich hingegen die Bewohner von Radstadt freuen. Dort wurden am Freitag nur noch 21 infizierte Personen gezählt. Die Pflicht zum Coronatest bei der Ausfahrt aus der Gemeinde wird deshalb bereits am kommenden Sonntag um 24 Uhr aufgehoben. Die Entwicklung sei positiv, sagt Haslauer. Er bedanke sich bei allen Radstädtern für die Mithilfe in der Umsetzung der Ausfahrtsbeschränkungen.

In den Hotspots wird jetzt geimpft

Am Freitag startete indes die Sonderimpfaktion für die Bürger von Bad Hofgastein und Radstadt. In Unken wird ab Montag geimpft. In den drei Gemeinden sollen 1721 Personen geimpft werden. Der Impfstoff stammt aus dem zusätzlichen Kontingent für den Bezirk Schwaz in Tirol, wo Impfdosen übrig waren und auf ganz Österreich verteilt wurden. Geimpft werden Personen über 65 Jahre, Risikopatienten, Klienten und Personal von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Pädagoginnen und Pädagogen, Physiotherapeuten, Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter der mobilen Pflege.

Für das Land ist die Sonderimpfaktion ein Erfolg, das Interesse sei groß. Landeshauptmann Haslauer erhofft sich nun weitere zusätzliche Impfdosen für Gebiete mit hoher Inzidenz. Der Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer hatte ja angekündigt, der EU vier Millionen zusätzliche Impfdosen für Corona-Hotspots zur Verfügung zu stellen. "Ich würde das für den Pongau als sehr sinnvoll erachten und bin in dieser Sache mit der Bundesregierung, die den Impfstoff verteilt, in Kontakt", sagt Haslauer.

Aufgerufen am 27.10.2021 um 11:05 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/gasteiner-tal-ausfahrt-ab-mitternacht-nur-noch-mit-test-101051533

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