Chronik

Gegen die Not: Verteilen statt wegwerfen

Verwerten statt entsorgen und Menschen an der Armutsgrenze damit unterstützen. Steigende Armut und steigende Lebenserhaltungskosten sind Hauptgrund, warum immer mehr Menschen Lebensmittel aus Sozialmärkten beziehen.

"Es sind Menschen, die einen Schicksalsschlag erlitten haben wie den Verlust eines Partners, oder aufgrund eines Wohnungsbrandes plötzlich vor dem Nichts stehen. Zu uns kommen Alleinerzieherinnen, Kranke oder Mindestrentner", so Tina Widmann vom Verein "Rollende Herzen".

Der Verein unterstützt diese Menschen in schwierigen finanziellen Situationen mit kostenlosen Lebensmitteln und anderen Gebrauchsgegenständen.

Immer mehr Menschen beziehen ihre Lebensmittel aus Sozialmärkten, während andere viele Tonnen davon wegschmeißen.

Zehn Tonnen Lebensmittel werden pro Monat vom Verein an Bedürftige verteilt. Ehrenamtliche Mitarbeiter machen das möglich. Sie holen die Waren aus den Supermärkten, sortieren schlechte Lebensmittel aus und verteilen die guten über die Märkte, Tafeln und Busse. Rollende Herzen schenkt Waren weiter, die anderswo aussortiert wurden.

Ein Konzept, das auch für die Laube-Märkte in St. Johann und Bischofshofen gilt. Der gemeinnützige Verein versorgt mit seinen zwei Märkten im Pongau Menschen an der Armutsgrenze mit Grundnahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs.

Wer über ein geringes Einkommen verfügt, erhält dadurch Waren, die für die Betroffenen normalerweise nicht bezahlbar sind. Die Leiterin von Laube, Gertraud Schüßleder: "Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir immer mehr Waren von Supermärkten bekommen. Bei uns ist der Verkauf in den Laube-Märkten einerseits eine Wiederverwertung und kommt Menschen mit niedrigem Einkommen zugute. Andererseits sind wir aber auch eine Arbeitseinrichtung, denn unsere Klienten führen die Märkte."

Das sind im Fall von Laube Menschen, die aufgrund von verschiedensten Problemen aus dem Arbeitsprozess gedrängt wurden. "Dazu verkochen wir auch viele Lebensmittel für unseren Eigenbedarf im Tageszentrum." Seit 2009 gibt es den Laube-Markt in St. Johann und mittlerweile unterstützen nahezu alle Supermärkte im Pongau den Verein: "Das ist großartig, denn immer neue Firmen kommen hinzu. Wir haben mittlerweile völlig durchmischte Sortimente, denn unsere Partner liefern uns auch Hygiene- und Waschmittel-Produkte."

Sowohl Schüßleder als auch Widmann sind sich jedoch über eines einig: Obwohl diese Unterstützung sehr viele Menschen brauchen würden, sind Scheu und Scham, diese in Anspruch zu nehmen, enorm hoch.

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