Chronik

Gegner der 380-kV-Freileitung hungern aus Protest schon seit neun Tagen

Gegner der 380-kV-Leitung protestieren auf dem Mozartplatz in der Stadt Salzburg mit einem Hungerstreik für einen Baustopp und ein Erdkabel-Projekt. Wie geht es ihnen inzwischen?

Nach einer Woche untersuchte ein Arzt die Hungerstreikenden gegen die 380-kV-Leitung.<strong><strong></strong></strong> SN/privat
Nach einer Woche untersuchte ein Arzt die Hungerstreikenden gegen die 380-kV-Leitung.

Passanten in der Salzburger Altstadt haben sich an den Anblick schon gewöhnt. Gegner der 380-kV-Leitung lagern auf dem Mozartplatz, um mit ihrem Hungerstreik einen Baustopp und ein Erdkabelprojekt zu fordern. Der Freitag war der neunte Tag der Aktion und die Aktivisten wollen durchhalten.

"Es geht mir noch gut - körperlich", sagt Eva Wimmer. Die Tierärztin ist eine der Streikenden. Ihrem Kollegen und ihrer Kollegin gehe es nicht so gut ("eher grenzwertig"), ihnen sei zum Beispiel immer wieder schwindelig. Die drei nehmen keine feste Nahrung zu sich. "Zu Mittag bekommen wir einen Gemüsesud, sonst trinken wir Tee und Wasser." Psychisch mache ihr zu schaffen, erzählt Wimmer, dass die Projektbetreiber sogar schon am Nockstein begonnen hätten, Bäume zu markieren, um sie zu fällen. "Ich sehe nicht ein, dass sie die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs nicht abwarten." Am Höchstgericht sind noch außerordentliche Beschwerden von Gegnern anhängig.

Doch der Bauherr, die Verbund-Tochterfirma Austrian Power Grid (APG), kann sich auf eine rechtskräftige Baugenehmigung ohne aufschiebende Wirkung stützen. An anderen Abschnitten der Leitung von Elixhausen nach Kaprun stehen bereits einige Masten.

Vom Adressaten des Baustopp-Appells, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), habe es keine Reaktion gegeben, sagen die Erdkabelbefürworter. "Auch von der Salzburger ÖVP war keiner da", während die FPÖ das Erdkabel unterstütze. Mit dem grünen Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn habe es ein sehr gutes, seriöses und ausführliches Gespräch gegeben.

In der Sache weisen die Grünen aber auf die genehmigte Freileitung hin. So auch Nationalratsklubobfrau Sigrid Maurer in einem Antwortschreiben. Maurer gibt außerdem zu bedenken: Auch beim Erdkabel wären massive Umwelteingriffe für eine gegrabene Trasse notwendig. "Die Freileitung wurde nach dem Prinzip Mensch vor Natur geplant, das heißt, die Leitung wurde möglichst weit entfernt von Siedlungsgebieten trassiert. Ein Erdkabel müsste möglichst im Talboden verlegt werden, was ebenfalls erhebliche Nutzungskonflikte nach sich ziehen würde."

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