Chronik

Gemeinden helfen beim Contact Tracing

Das Contact Tracing der Gesundheitsbehörden ist zunehmend überfordert. Gemeindemitarbeiter übernehmen telefonische Kontaktaufnahmen.

In manchen Gemeinden erheben sogar die Bürgermeister: Bernhard Weiß koordiniert für die Pongauer Kommunen. SN/sw/riedler
In manchen Gemeinden erheben sogar die Bürgermeister: Bernhard Weiß koordiniert für die Pongauer Kommunen.

Die Wucht der zweiten Corona-Welle bringt das Contact Tracing im Pongau derzeit an seine Grenzen. Seit Montag laufen nun die Telefone in einigen Pongauer Gemeindeämtern heiß: Mitarbeiter größerer Kommunen übernehmen die telefonische Kontaktaufnahme und Erhebung der Kontaktpersonen in ihren jeweiligen Gemeinden. "Alle Gemeinden haben sofort ihre Unterstützung zugesagt", betont der Vorsitzende der Pongauer Bürgermeisterkonferenz, Bernhard Weiß (ÖVP).

"Für die größeren Gemeinden St. Johann, Bischofshofen, Radstadt, Bad Hofgastein und Altenmarkt gab es bereits vergangene Woche eine Einschulung", so der Bürgermeister von Pfarrwerfen, der selbst eine Einschulung absolvierte und die Koordination für die Pongauer Gemeinden übernimmt.

Auch die kleineren Gemeinden leisten nach und nach diese Amtshilfe und werden bei Bedarf von den größeren unterstützt. Selbst manche Bürgermeister greifen dort, wenn nötig, zum Telefon, wie etwa in Mühlbach oder Pfarrwerfen. Von der Gesundheitsbehörde bei der Bezirkshauptmannschaft werden zuerst die Laborergebnisse gesichtet und dann wird ausgewählt, welche Fälle an welche Gemeinde abgegeben werden.

Für die Gemeinden wurde eine eigene EDV-Lösung entwickelt. Bei der Bezirkshauptmannschaft laufen dafür die Fäden zusammen: "Wir arbeiten im Auftrag der Gesundheitsbehörde und es gibt eine eigene Hotline für die Gemeinden."

Gearbeitet wird auch am Abend oder bei Bedarf an den Wochenenden, "vom Land gibt es eine Zusage, dass diese Überstunden übernommen und ausbezahlt werden. Die Solidarität und Notwendigkeit ist uns klar." Besonders in Seniorenheimen oder Pflegebereich ist in einigen Gemeinden die Zahl der Infizierten gestiegen und die Personalprobleme sind dort teilweise groß.

In manchen Gemeinden wurde daher auch der Parteienverkehr eingeschränkt. Kontakte erfolgen telefonisch oder per Mail. "Der normale Betrieb muss natürlich aufrechterhalten bleiben. Gerade jetzt stehen die Budgetentwürfe für das kommende Jahr an." Der Arbeitsaufwand in den Gemeindestuben ist auch für die Umsetzung von kommenden Projekten nicht klein. "Die meisten Bürgermeister leisten ihre Arbeit für die Gemeinden ja nicht in Vollzeit. Aber zumeist funktioniert es trotzdem, weil viele eine flexible Zusatzbeschäftigung haben."

Trotzdem entwickle sich gerade jetzt das Bürgermeisteramt in kleinen Gemeinden zu einem "Fulltime-Job", so Weiß. "Der Austausch unter den Gemeinden ist jetzt sehr wichtig. Auch die Unterstützung von kleineren Gemeinden durch größere funktioniert bei uns bestens." Wie es bei der Coronapandemie derzeit passiere: Bei kniffligen Anfragen gebe es einen sehr guten Austausch und eine Vernetzung aller.

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