Chronik

"Gemeinsam unterwegs": Tag des Denkmals in Salzburg

Salzburger Bürgerhäuser, Kirchen, Wallfahrtsorte: Am Sonntag ist der Tag des Denkmals. In diesem Jahr steht unter dem Motto "gemeinsam unterwegs" das gemeinschaftliche Arbeiten im Mittelpunkt.

"Gemeinsam unterwegs": Tag des Denkmals in Salzburg SN/robert ratzer
Das Haus in der Steingasse 9 ist in Privatbesitz.

Beim Tag des Denkmals gewähren Experten aus den Bereichen Architektur, Bau, Restaurierung und Archäologie anhand von ausgewählten Denkmalen Einblicke in ihre Arbeit.

Fels, der aus dem Kapuzinerberg abgetragen werden muss, Wasser, das über die Rückseite des Liftschachtes abläuft: In der Salzburger Steingasse 9 erfahren die Besucher, wie aufwendig es ist, ein altes Haus fit für die Zukunft zu machen. Dafür führt der Architekt persönlich durch die Baustelle. Das Haus wurde 1490 erstmals urkundlich genannt. Es handelt sich um ein typisches Salzburger Bürgerhauses, das vom 16. bis ins 19. Jahrhundert erweitert wurde. Bis heute sind zahlreiche Details aus den jeweiligen Bauphasen erhalten geblieben.

Oberndorf: Neues Museum für "Stille-Nacht"-Bezirk

Ein ganzes Dorf musste den Wassermassen weichen: Der Markt Oberndorf wurde über die Jahrhunderte immer wieder überschwemmt. 1900 bis 1906 versetzte man daher den ganzen Ort. Dabei wurde auch die Pfarrkirche abgetragen, in der 1818 erstmals das Weihnachtslied "Stille Nacht" erstmals erklang. Eine Führung am Tag des Denkmals informiert über Geschichte und geistliche Botschaft des Neubaus von 1906.

Der alte Pfarrhof in Oberndorf wird noch bis Herbst 2016 für ein neues Stille-Nacht-Museum adaptiert, das künftig die Entstehung, den Ort der Uraufführung und die Verbreitung des wohl berühmtesten Weihnachtsliedes dokumentiert. Die Architekten des Umbaus gewähren am Tag des Denkmals bereits erste Einblicke in die Räume und erklären die denkmalgerecht vorgenommene Restaurierung und Adaptierung.

Maria Kirchental: Schwesternwohnhaus "Stöckl" wird präsentiert

Im Ensemble des Wallfahrtsortes Maria Kirchental wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Objekte liebevoll restauriert und saniert. Den Abschluss der umfangreichen Arbeiten machte vor Kurzem das Herbergshaus, das sogenannte "Stöckl", aus dem 18. Jahrhundert, das nun als Wohnhaus der Schwestern dient.

Sehenswert sind unter anderem das barocke Haussegensbild "Maria mit den Knaben Jesus und Johannes", das Stichkappentonnengewölbe im Erdgeschoß, originale Türen und der barocke Dachstuhl.

Im benachbarten Wallfahrtsmuseum Maria Kirchental befindet sich die österreichweit größte Sammlung von kunsthistorisch wertvollen Votivbildern. Die Sammlung kann am Tag des Denkmals im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Der Tag des Denkmals ist jedes Jahr am letzten Sonntag im September. Er wird seit 1998 vom Bundesdenkmalamt organisiert und ist Österreichs Beitrag zu den "European Heritage Days". Zu seinen Zielen zählt, der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung unseres kulturellen Erbes zu vermitteln, dieses erlebbar zu machen und Interesse für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege zu wecken.

Quelle: SN

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