Chronik

Gezielter Überfall auf Salzburger Postlerin: Junges Trio verurteilt

Die drei jungen Täter, 20 und 21 Jahre alt, waren im Prozess am Landesgericht voll geständig.

Der Überfall auf die Postbotin ereignete sich in der Siezenheimerstraße. SN/fmt pictures
Der Überfall auf die Postbotin ereignete sich in der Siezenheimerstraße.

Sie hatten ihn genau geplant - den Überfall auf eine 47-jährige Postbotin am 31. Oktober in Salzburg-Maxglan. Am Dienstag saßen der 20-jährige bosnische Erstangeklagte und seine zwei mitbeschuldigten Freunde - ein 20-jähriger Kosovare und ein 21-jähriger Österreicher - nun wegen Raubes vor einem Schöffensenat. Das Trio zeigte sich gegenüber der Vorsitzenden Richterin Bettina Maxones-Kurkowski geständig.

Der Bosnier (Verteidigerin: Julia Walter) hatte der Postlerin damals kurz nach Dienstbeginn in einem Mehrparteienhaus aufgelauert. Laut Staatsanwalt Leon-Atris Karisch schlich er sich an die Frau, die an diesem Tag die Pensions-Barauszahlungen in Höhe von 15.500 Euro mitführte, von hinten heran. "Er gab ihr einen heftigen Stoß, sodass das Opfer über eine Treppe stürzte. Dann entriss er ihr die Posttasche mit dem Bargeld und flüchtete", schilderte der Staatsanwalt. Unweit des Tatorts, so Karisch, wartete der zweitbeschuldigte Kosovare (Verteidiger: Kurt Jelinek), der das Fluchtauto lenkte; dieses wiederum hatte der drittangeklagte Österreicher (Verteidiger: Günther Auer) zur Verfügung gestellt.

Vom Drittangeklagten sei auch die Idee für den Überfall gekommen, so der Bosnier zur Richterin: "Er hat ja bei der Post gearbeitet und wusste Bescheid über die Barauszahlung der Pensionen. Er hat mir eine Woche vor der Tat vorgeschlagen, dass ich der Postlerin auflauern und ihr das Geld wegnehmen soll. Aus Geldnot hab ich leider zugesagt; ich hatte damals meinen Job verloren und keine Wohnung", so der Erstangeklagte. Der Österreicher holte auch noch den Kosovaren als Komplizen ins Boot - dieser hatte auch bei der Post gearbeitet.

Der Senat verurteilte den Bosnier als unmittelbaren Täter und den Österreicher als Initiator zu jeweils 18 Monaten teilbedingter Haft (sechs Monate unbedingt). Der Kosovare erhielt ein Jahr bedingt. das Urteil gegen den Bosnier ist nicht rechtskräftig.

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