Chronik

Gniglerin in erlauchten Kreis von Nobelpreisträgern berufen

Die Academia Europaea nimmt Professorin Barbara Kofler auf. Die Biochemikerin leistet Grundlagenforschung zu Eiweißhormonen - zugunsten von Tumorpatienten.

Biochemikerin Barbara Kofler (rechts) in ihrem Labor, im Bild mit Kollegin Sepideh Aminazdeh-Gohari. Bild:  SN/sw/killin void
Biochemikerin Barbara Kofler (rechts) in ihrem Labor, im Bild mit Kollegin Sepideh Aminazdeh-Gohari. Bild:

Sie studierte Biochemie in Innsbruck und wanderte nach ihrer Doktorarbeit für zwei Jahre nach Australien aus. Seit 1995 lebt Barbara Kofler mit ihrem Mann in Gnigl und aktuell hat die 58-jährige Biochemikerin an der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde einen großen Karriereschritt gemacht.

Für ihre Forschung wurde sie in die Academia Europaea aufgenommen, ein erlauchter Zirkel, der 1986 in London unter der Ägide der Royal Society gegründet wurde. Heute vereint die Academia Europaea rund 4000 europäische Spitzenwissenschafterinnen und -wissenschafter. Unter ihnen finden sich mehr als 70 Nobelpreisträger. Der Grund: Kofler leistet wichtige Grundlagenforschung im Bereich der Eiweißhormone und entdeckte vor einigen Jahren selbst ein neues Eiweißhormon. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welche Funktionen diese Peptidhormone im menschlichen Körper haben und wie sie sich auf die Interaktion von Tumor- und Immunzellen auswirken. In einem zweiten Schwerpunkt untersucht Kofler den veränderten Stoffwechsel von Tumoren. Erkenntnisse aus diesem Bereich sollen letztlich in der Erstellung unterstützender Diäten für Krebspatientinnen und -patienten münden.

Die Stadt Nachrichten erreichten sie im Urlaub. "Ich freue mich sehr über die Aufnahme in die Academia Europaea. Weil wir in einer kleinen Gruppe mit wenig Budgetmitteln arbeiten, ist dieser Vorschlag meiner Person eine umso größere Ehre", kommentiert Kofler die Berufung in die regierungsunabhängige wissenschaftliche Gesellschaft von Weltformat.

Die 58-jährige Biochemikerin ist seit 1995 in den Salzburger Landeskliniken tätig und leitet an der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde das Routine-, Spezial- und Forschungslabor sowie an der PMU das Forschungsprogramm für Rezeptorbiochemie und Tumormetabolismus. "Wir haben schon im Bereich der Kinderonkologie geforscht, da waren wir noch überhaupt keine Uniklinik - das war schon etwas Spezielles. Es funktionierte, weil wir einen wissenschaftsinteressierten Vorstand hatten", erzählt Kofler. "Als sich dann die Medizinuni etablierte, hatten wir bereits eine gute Basis gelegt." Privat lebt Kofler mit ihrem langjährigen Partner und ihrem Sohn in Gnigl, wo sie beim ATSV seit über 20 Jahren Volleyball und Beachvolleyball spielt. An Gnigl schätzt sie die Nähe zur Stadt, aber auch die Nähe zur Natur: "Über die Ischlerbahntrasse gelangt man per Fahrrad sofort an den See."

Die feierliche Aufnahme der Salzburgerin in die Academia soll beim Jahreskongress 2021 erfolgen, da der diesjährige Kongress wegen der Covid-19-Pandemie abgesagt wurde.

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