Chronik

Goldener Herbst für Kuchler Ultra-Radfahrer

Nach dem Ausstieg beim "Race Around Austria 1500" im August konnte sich Extremradfahrer Dominik Meierhofer nun über zwei Erfolge zum Saisonschluss freuen.

Nach seinem Sieg bei der 24-h-Radtrophy im steirischen Hitzendorf gelang dem Ultracycling-Spezialisten Dominik Meierhofer am vergangenen Wochenende auch bei der Staatsmeisterschaft in Niederösterreich der Sprung aufs Stockerl: Der Kuchler belegte Rang drei hinter Ultracycling-Ikone Christoph Strasser (mehrfacher Sieger des "Race Across America") und Manuel Dickbauer. "Das war schon ein Highlight, gemeinsam mit Christoph Strasser auf dem Podium zu stehen und die Hymne zu hören", freute sich Meierhofer.

Bis dahin war es allerdings ein harter Weg: 20 Stunden und vier Minuten brauchte er für den 600 Kilometer und 6000 Höhenmeter langen Kurs durch Niederösterreich. Unterwegs plagten ihn Knieschmerzen und, aufgrund des späten Austragungstermins, nächtliche Temperaturen von drei Grad. "Das war sicher eine der längsten Nächte meiner sportlichen Laufbahn."

Erstmals 24 Stunden ohne jede Pause unterwegs

Bei der Gigasport 24h-Radtrophy in Hitzendorf bei Graz zwei Wochen vorher führte die Strecke dagegen über einen 3,85 Kilometer langen Rundkurs, 200 Teilnehmer waren mit von der Partie. 796 Kilometer, mehr als 6000 Höhenmeter, 207 Runden: Das stand zu Buche, als Meierhofer nach 24 Stunden und 44 Sekunden Fahrzeit ins Zielgelände bei der Kirschenhalle einfuhr.

"Immer wieder Runden zu fahren, war mental gar nicht so hart, wie man meinen möchte. Man kann es vergleichen mit der Formel 1, du weißt dann halt genau, wo du bremsen, schalten, Gas geben musst, wo die Löcher im Asphalt sind etc.", sagt Meierhofer. Zudem sorgten zahlreiche Fans für Stimmung entlang der Strecke, darunter auch sein zwölfköpfiges Team aus Kuchl.

Die Nachtstunden als Knackpunkt, positiv wie negativ

Hatte sich Meierhofer anfangs noch einen harten Dreikamf mit Bernhard Lebesmühlbacher und Dominik Tantscher geliefert, konnte er vor allem in den Nachtstunden viel Boden gut machen und hatte am Ende fünf Runden Vorsprung auf Lebesmühlbacher (Tantscher musste nach gut fünf Stunden nach einem Sturz aufgeben). "Normalerweise ist die Nacht immer der Knackpunkt, aber diesmal ging's super, ich bin immer schneller geworden, während er ein paar Pausen machen musste. Ich habe mich bei den Fahrern, die im Teambewerb unterwegs waren, in den Windschatten reingehängt und zum ersten Mal bin ich komplett durchgefahren, ohne Pause zum Kleidungswechseln, Radlwechseln etc."

Wie sehr die Nacht ein negativer Knackpunkt sein kann, hatte er beim "Race Around Austria 1500" (1500 km und 17.000 Höhenmeter) Mitte August erfahren müssen: Vergangenes war er noch der strahlende Sieger gewesen, heuer war nach 600 Kilomtern Schluss. "Da ging mental gar nichts mehr, ich musste abbrechen."

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