Chronik

Gratis-Coronatests: Salzburger "stürmen" die Apotheken

Das Testangebot wurde nun ausgeweitet. Seit Montag bieten 41 Apotheken in Salzburg die kostenlosen Coronavirus-Schnelltests an.

Das Angebot von kostenlosen Coronavirus-Schnelltests ist am Montag noch einmal deutlich ausgeweitet worden. Seit Montag werden auch in ausgewählten Apotheken gegen Voranmeldung kostenlose Antigen-Schnelltests durchgeführt. Die Kosten übernimmt der Bund, abgerechnet wird über die Sozialversicherung. Die Kunden müssen die E-Card zum Test mitbringen. Quasi über Nacht wurde nach der Einigung zwischen Gesundheitsministerium und Bundesapothekerkammer diese zusätzliche Testmöglichkeit geschaffen.

Diese Salzburger Apotheken bieten kostenlose Coronatests an

In 41 der insgesamt 94 Apotheken im Bundesland sind vorerst Gratisabstriche möglich (Stand Montagnachmittag). Bisher hatten 30 Apotheken kostenpflichtige Tests angeboten. Sie gehe davon aus, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken noch steigen werde, sagt Kornelia Seiwald, die Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer und Leiterin der Stadtapotheke in Hallein. Die Nachfrage sei enorm, weil die von den Apothekern durchgeführten Antigen-Schnelltests (Nasen-/Rachen-Abstrich) als Nachweis für den Besuch beim Friseur, im Kosmetiksalon, bei der Fußpflege, bei Masseuren oder anderen körpernahen Dienstleistern gelten. Das Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein. "Wir haben am Montagvormittag vier Stunden durchgehend getestet, alle Termine für die ganze Woche sind bereits ausreserviert", betont Seiwald. Sie nennt das den "Friseureffekt".

"Nasenbohrertests" sollen in Apotheken künftig kostenlos erhältlich sein

"Wir werden regelrecht gestürmt", sagt auch Pharmazeutin Margarete Olesko von der Borromäus-Apotheke in Salzburg-Parsch. Obwohl in ihrer Apotheke die Möglichkeit bestehe, auch online zu reservieren, läute das Telefon durchgehend, viele Kunden kämen auch persönlich vorbei. Alle Termine für diese Woche seien bereits ausgebucht. Vor allem ältere Menschen hätten Interesse an dem Angebot, sagt Olesko. Die meisten Kunden seien geduldig, ihre Mitarbeiter würden mitunter aber auch beschimpft. "Es kommen viele Leute, die seit einem Monat auf ihren Friseurtermin warten und deshalb rasch einen Test brauchen." Olesko geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach dem ersten Ansturm einpendeln wird.

Nicht alle Apotheken bieten die Möglichkeit einer Onlinereservierung. "Wir arbeiten an einem einheitlichen Anmeldesystem", sagt Seiwald. In rund zwei Wochen sollen in den Apotheken die "Nasenbohrertests" für daheim gratis erhältlich sein. Sie gelten jedoch nicht als amtlicher Nachweis.

DM wollte Kunden direkt in Filiale testen lassen

Viele Stammkunden haben sehnsüchtig auf ihren ersten Friseurtermin nach dem Lockdown gewartet. "Wir sind die ganze Woche sehr gut gebucht", sagt Claudia Zartner, Leiterin des dm-Friseurstudios in Anif. Gleich nach dem Aufsperren um 8 Uhr hätten mehrere Kundinnen ihren Montagstermin telefonisch abgesagt. "Sie wollen sich nicht testen lassen oder haben keinen passenden Termin mehr bekommen." Vor allem für Kundinnen vom Land sei das ein Problem, zumal an den Teststationen an den Sonntagen nicht getestet werde.

Sie habe vergangenen Mittwoch ihren Test für Samstag in der Teststation Hallein gebucht, sagt eine Kundin. Für sie sei es selbstverständlich, sich an die Vorgaben der Regierung zu halten. Ein Kunde hatte ein ärztliches Zeugnis dabei. Er hat bereits eine Covid-Erkrankung hinter sich.

Die Drogeriemarktkette hatte zuletzt mit Politik und Interessenvertretungen verhandelt, um alle Mitarbeiter und auch die Kunden der 165 Friseurstudios direkt in den dm-Filialen testen zu lassen. Bisher vergeblich. Das von dm gemeinsam mit zugelassenen Anbietern von Coronatests erarbeitete System hätte vorgesehen, dass Führungskräfte im Betrieb vor Ort professionell eingeschult würden, die dann die Testungen überwachten und elektronisch dokumentierten. Man werde weiterhin versuchen, eine kundenfreundliche und praxistaugliche Lösung zu finden, sagt dm-Sprecher Stefan Ornig. Während des Lockdowns hätten immer wieder Kunden mit dem Wunsch angerufen, dm-Friseurinnen nach Hause zu bestellen. Das sei natürlich nicht möglich. Einige wegen der Tests verärgerte Kunden hätten angekündigt, sich einen Friseur zu suchen, der keinen Test verlange, schildert Ornig.

In den sozialen Medien tauchen immer wieder Friseure auf, die sogar damit werben, ihren Kunden auch ohne Test die Haare zu schneiden. "Diese Salons werden ausnahmslos angezeigt", sagt Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder. Auch in seinem Salon hatten einige Kunden ihren Termin wegen der Tests verschoben oder abgesagt.

Bei ihm habe es wegen der Tests keinerlei Beschwerden gegeben, sagt Sturmayr-Coiffeur Saverio Vitelli. "Die Kundinnen sind froh, dass wir wieder offen haben, zum Teil haben sie den Test auch bei einem Arzt machen lassen." Nur wenige hätten ihren Termin abgesagt. Er sei sehr gut gebucht, es sei aber nicht so viel los wie nach dem ersten Lockdown im Frühjahr.

So funktioniert der Gratistest in der Apotheke

Melden Sie sich telefonisch (manche Apotheken bieten auch auf ihrer Internetseite eine Registrierung an, Anm.) für einen Termin in der Apotheke Ihrer Wahl an. Nehmen Sie zu Ihrem Testtermin die E-Card mit. Die Abstrichnahme erfolgt durch eine Apothekerin oder einen Apotheker unter Einhaltung der Schutz- und Hygienevorkehrungen. Verwendet werden Antigentests, die eine CE-Kennzeichnung aufweisen und vom Hersteller für einen Nasen-/Rachen-Abstrich bestimmt wurden. Bei einem negativen Ergebnis erhalten Sie eine Testbestätigung, die, wenn sie nicht älter als 48 Stunden ist, als Freitesten für körpernahe Dienstleister gilt. Bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses begeben Sie sich bitte in Selbstquarantäne und rufen Sie 1450. Es erfolgt eine Meldung an die Gesundheitsbehörde durch die Apotheke.

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