Chronik

Große Auszeichnung für Architekten

Der gebürtige Bischofshofener Josef Saller erhielt den Architekturpreis der Stadt Wien.

Zur Architektur im Pongau fällt dem ausgezeichneten Architekten Josef Saller vieles – nicht nur Positives – ein. SN/sw/david florez
Zur Architektur im Pongau fällt dem ausgezeichneten Architekten Josef Saller vieles – nicht nur Positives – ein.

"Mehr Mut und Risiko zur Veränderung und mehr Qualität statt Quantität, das wäre schon einmal ein wichtiger Schritt für die Architektur im Pongau", meint Josef Saller. Der 47-jährige Sohn des ehemaligen Bundesrates Josef Saller aus Bischofshofen ist ein international ausgezeichneter Architekt.

Unlängst erhielt Saller den Architekturpreis der Stadt Wien, eine der höchsten Auszeichnungen durch eine anonyme Jury, "worüber ich mich natürlich sehr freue."

Diese Auszeichnung ist nur eine der jüngsten in einem wahren "Preisregen": Vom ORF-Kunststückepreis über den Salzburger Holzbaupreis, den Förderpreis des Landes Salzburg oder den Österreichischen Bauherrnpreis bis hin zu internationalen Preisen - die Auszeichnungen sind unzählige: "Das war natürlich vor allem in den jungen Jahren wichtig zum Überleben", bringt es Saller auf den Punkt, "und da halfen besonders die vielen Förderungen sehr." Gemeinsam mit dem Oberösterreicher Heribert Wolfmayr betreibt Saller seit 2004 das Architekturbüro heri&salli in Wien.

"Es ist noch ein steiniger Weg"

Im Pongau und in Salzburg kennt man den Architekten vielleicht durch Projekte wie "City Scape", eine Begrünung des Salzburger Residenzplatzes: "Das wurde zwar nie umgesetzt, war aber viel in den Medien." Auch bei "Wahre Landschaft", einem Kunstprojekt des Kulturvereins Pongowe vor einigen Jahren, war Saller mitbeteiligt.

Mit dem Pongau verbindet Saller aber vor allem die Heimat, "mein achtjähriger Sohn ist gerne in Bischofshofen bei den Großeltern und auch zum Skifahren."

Saller erhält dazu auch immer wieder Lehraufträge bei Workshops wie der Salzburger Sommerakademie. "Bei einer Jurytätigkeit habe ich künftig wieder eine Möglichkeit, in Salzburg mitzugestalten."

Zur architektonischen Entwicklung im Pongau merkt Saller noch kritisch an, das "der Sommer- und Wintertourismus hoch entwickelt sind, was eine große Herausforderung für alle Beteiligten ist. Hier könnten mehr Ideen und Alternativen zu den bestehenden Strukturen entwickelt werden." Die Zersiedelung an den Ortsperipherien steche dabei besonders ins Auge: "Das ist einfach nicht zeitgemäß. Man könnte vielmehr die bestehenden Strukturen und leer stehenden Gebäude nutzen. Das Handwerk und das Produktive sollten wieder mehr Thema werden." Aber Saller merkt auch Positives an: "Werfenweng mit seiner verkehrsberuhigten Zone ist ein positives Beispiel. Eine Entwicklung, die aber erst der Anfang eines steinigen Weges ist." Ein Weg, den er besonders für seine Kollegen aus der Architektur oft schwierig findet: "Viele arbeiten alleine für sich dahin, um sich für Projekte zu bewerben. Oft umsonst. Leider verpufft hier viel kreative Zeit und Energie."


Aufgerufen am 20.08.2019 um 05:01 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/grosse-auszeichnung-fuer-architekten-63921757

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