Chronik

"Großinvestoren" sollen Salzburger Flugschule um Hunderttausende Euro geprellt haben - Prozess

Die beiden Angeklagten aus Deutschland bestritten zum Prozessauftakt am Mittwoch am Salzburger Landesgericht, das Walser Unternehmen um rund 360.000 Euro betrogen zu haben.

Symbolbild.  SN/apa
Symbolbild.

Zwei eloquente Herren aus Deutschland, einer wohnt nun im Flachgau, sahen sich Mittwoch am Landesgericht mit dem Vorwurf des schweren Betrugs konfrontiert. Folgt man der Anklage von Staatsanwältin Sabine Krünes, so gaben sich der 61-jährige Erst- und der 65-jährige Zweitangeklagte gegenüber einer in Wals ansässigen Flugschule (zur Ausbildung von Privat- und Berufspiloten), die sich bereits vor Jahren entschlossen hatte, groß zu expandieren, als vermögende Großinvestoren aus.

Demnach teilte der Erstangeklagte, eigenen Angaben nach jetzt Projektbetreuer im Bereich alternativer Stromerzeugung, bereits 2016 den Chefs der Flugschule mit, gemeinsam mit einem Geschäftspartner, nämlich dem Zweitangeklagten, etliche Millionen Euro zur Verfügung stellen zu können. Konkret ging es um Investitionen für ein Schulungszentrum und ein Studentenheim für angehende Piloten. Der Zweitangeklagte, so die Staatsanwältin, "stellte sich etwa als ein Großinvestor im Bereich Immobilien und Edelmetalle vor, der in Liechtenstein und in der Schweiz Lagerräume besitzt, in denen Gold, Bilder und eine Bibel im Wert von fünf Millionen sowie Nickeldraht im Wert von 20 Millionen Euro gelagert seien".

Die Angeklagten schlossen, auch über "ihre" Schweizer Aktiengesellschaft, mit den Verantwortlichen der Flugschule mehrere Verträge ab. Letztlich, so Krünes, gaukelten sie den Chefs der Flugschule vor, die Ausbildung der Flugschüler wie folgt zu subventionieren: Die Flugschule sollte pro auszubildenden Schüler 25.000 Euro auf ein Treuhandkonto der Gesellschaft der Angeklagten überweisen. Die überwiesenen Gelder, so spiegelte es das Duo laut Krünes den Flugschulchefs vor, seien dort sicher angelegt, sollten hochverzinst und im Fall der Rückforderung auch binnen 30 Tagen zurückbezahlt werden. Zudem hätten die Angeklagten versprochen, pro erhaltener Überweisung von 25.000 Euro jeweils 10.000 Euro an die Flugschule zu zahlen - als Zuschuss. Letztlich habe die Walser Firma von März bis Oktober 2018 insgesamt 445.000 Euro an die Angeklagten überwiesen, aber von diesen nur 86.000 Euro erhalten. Dazu die Staatsanwältin: "Im Oktober 2018 war die Gesellschaft der Angeklagten aus dem Handelsregister verschwunden."

Die beiden Deutschen beteuerten gegenüber dem Schöffensenat (Vorsitz: Richter Markus Hanl) ihre Unschuld und belasteten sich gegenseitig. - Der Prozess wurde vertagt.

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