Chronik

Gute Arbeit mit einem guten Team

Eine goldene Nase kann man sich mit dem Bäckerhandwerk heutzutage nicht verdienen, aber mit qualitätsvollen Produkten sowie kompetenten und freundlichen Mitarbeitern bei den Kundschaften punkten.


Köstlicher Duft nach frischen Backwaren überall im kleinen Geschäft in der Schiffmanngasse, während Verkaufsmitarbeiterin Hermi Kraler-Moser Brote und Gebäck für die Kundschaften herrichtet. In der Backstube dahinter sind am Vormittag die Konditoren zugange. Handtellergroße Cookies, Topfengolatschen, Muffins, Kuchen und allerlei andere Köstlichkeiten produzieren sie gerade. "Die Bäckereimitarbeiter arbeiten in der Nacht, ab 22 Uhr kommen die ersten und bereiten die ersten Teige zu. Konditoren beginnen erst um vier Uhr morgens und arbeiten je nach Aufträgen bis mittags", schildert Eva Stoll, Chefin der Bäckerei Holztrattner.

Schwierig, Lehrlinge auszubilden

Die Nachtarbeit ist in dem Betrieb unumgänglich, damit frühmorgens alles rechtzeitig fertig ist. "Denn wir arbeiten direkt in den Ofen und nicht in den Tiefkühler." Das macht es der Bäckermeisterin schwer, Lehrlinge zu finden. Unter 18 Jahren ist ein Arbeitsbeginn vor vier Uhr morgens verboten. "Ich hätte gerade einen sehr ambitionierten jungen Mann gehabt, aber es geht einfach nicht. Ich kann ihn auch nicht als Konditor mitschleppen, bis er 18 ist, abgesehen davon, dass er das gar nicht wollte", bedauert sie.

Vor 25 Jahren hat sie den Betrieb vom Vater übernommen. Das Haus, in dem sie mit ihrer Familie wohnt und das auch gleichzeitig die Firmenzentrale darstellt, haben die Großeltern in den 1950er-Jahren gekauft. "Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich vom Vater einen gut gehenden Betrieb übernehmen konnte. Er war ein wirklich guter Geschäftsmann, der sehr umsichtig gewirtschaftet hat", erzählt sie.

"Beratungs"- statt Öffnungszeiten

26 Mitarbeiter sind im Betrieb in den insgesamt fünf Verkaufsstellen beschäftigt: am Rathausplatz, in der Brodgasse, Schiffmanngasse, Überfuhrstraße und am Zwieselweg. Ihr Mann Maximilian führt in der Imbergstraße einen Delikatessenladen und Bruder Jörg das kleine Café in der Schanzlgasse, "das Kleinod", wie sie es bezeichnet. "Als wir vor 14 Jahren am Zwieselweg eröffneten, haben wir bemerkt, wie sehr die Kunden nach Beratung und persönlichen Gesprächen förmlich hungerten", wundert sich Stoll noch heute. "Deshalb hab ich auch gesagt: Wir haben hier keine Öffnungszeiten, sondern Beratungszeiten."

Demgemäß setzt Stoll neben der hohen Qualität der Produkte, die sie auch ihren Berufskollegen konstatiert, auf die persönliche Beziehung zu ihren Kundschaften. "Es ist wichtig, dass sich die Leute wahrgenommen fühlen, dass sie freundlich und mit dem Namen begrüßt werden und die fachliche Betreuung passt."

Zu erreichen sei das nur mit einem famosen Team wie dem ihren, auf das sie mächtig stolz ist. "Ein Großteil unserer Mitarbeiter hat mit mir damals begonnen und die meisten werden wahrscheinlich von hier aus in Pension gehen." Beste Erfahrungen hat sie mit älteren Mitarbeitern gesammelt. Deshalb engagiert sie im Verkaufsteam vornehmlich Leute über 40.

Zu schaffen macht ihr der immer größer werdende Bürokratieaufwand. "Mein ältester Sohn, der gerade den Meisterkurs in Linz absolviert, und meine Nichte unterstützen mich hier zwar, aber manchmal ist es einfach zu viel."

Aufgerufen am 22.09.2018 um 01:09 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/gute-arbeit-mit-einem-guten-team-23158309

Nach Jahrzehnten endlich am Grab des Vaters

Nach Jahrzehnten endlich am Grab des Vaters

Sein Vater fiel im Zweiten Weltkrieg, als Theo Luigs gerade einen Monat alt war. Er hat lange nachgeforscht, um die Umstände herauszufinden - und gelangte zu einem Friedhof in Tschechien. Es sei ein …

Schlagzeilen