Chronik

Halleiner beklagen schwere Missstände in der Postzustellung

Zwei Wochen lang keine Post, dann stapelweise Briefe vor der Tür, falsch oder gar nicht zugestellte Postwürfe: Vor allem über die Weihnachtsfeiertage kam es zu Schwierigkeiten in der Postzustellung. Auch längerfristig berichten manche Halleiner von groben Missständen.

Spielzeughändler Alois Oedl bekam zwei Wochen lang keine Post – dann schließlich landete ein ganzer Stapel vor der Tür. Kein Einzelfall, meint er. „Scheinbar fühlt sich die Post nur noch für die Packerln der großen Onlinehändler zuständig.“  Archiv
Spielzeughändler Alois Oedl bekam zwei Wochen lang keine Post – dann schließlich landete ein ganzer Stapel vor der Tür. Kein Einzelfall, meint er. „Scheinbar fühlt sich die Post nur noch für die Packerln der großen Onlinehändler zuständig.“  Archiv

Die Zeit zum Jahreswechsel ist eine äußerst wichtige für Spielzeughändler Alois Oedl: Die Hersteller schicken ihre Kataloge für 2018 aus, er muss sich auf die weltgrößte Spielzeugmesse Ende Jänner in Nürnberg vorbereiten, ganz zu schweigen vom Jahresabschluss des Geschäfts. Dafür müsste allerdings die Postzustellung funktionieren, beklagt Oedl: "Ich habe Anfang Jänner eine Einladung für eine Messe in München bekommen, die da schon wieder vorbei war. Abgeschickt worden ist sie vor Weihnachten." Rund zwei Wochen habe er keine Post erhalten, am 8. Jänner hätte dann plötzlich ein Stapel von rund 30 Briefen und Rechnungen vor der Tür gelegen: "Das geht doch nicht, das hätte jeder nehmen können. Und das war schon öfter so", sagt Oedl.

Auch eine Nachbarin, die eigentlich dringend auf einen Brief vom Finanzamt wartet, klagt über fehlerhafte Zustellung: "Zuerst kam zwei Wochen nichts, dann waren einige Briefe da, die aber gar nicht an uns adressiert waren."

Zwei Wochen keine Post, dafür Mitte Jänner eine Weihnachtskarte

Das Problem scheint aber nicht auf die Altstadt beschränkt gewesen zu sein: Der Halleiner SPÖ-Klubchef Florian Koch aus Kaltenhausen sagt, er habe zwei Wochen lang keine Post bekommen: "Dafür habe ich Mitte Jänner noch eine Weihnachtskarte bekommen. Und ein Paket, das ich Ende November in die USA geschickt habe, ist zehn Tage in Österreich gelegen und nicht mehr vor Weihnachten angekommen." Ähnlich äußerte sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Kimbie Humer-Vogl aus Neualm auf Facebook - zwei Wochen lang kam gar keine Post, dann lag am 10. Jänner einer ganzer Stapel vor der Haustür.

Post: Krankenstände und Personalwechsel verursachten Schwierigkeiten

Post-Sprecher David Weichselbaum erklärt, es habe nach Weihnachten personalbedingt Verzögerungen gegeben: "Es gab Krankenstände, zudem ist ein langjähriger Mitarbeiter Ende Dezember in Pension gegangen und zwei neue Mitarbeiter mussten eingeschult werden." Vor Weihnachten habe es keine Meldungen über Probleme gegeben und bis 23. Dezember sei sämtliche Post rausgegangen. "Da ist nichts liegen geblieben." Natürlich könnten aber Fehler passieren, in so einem Fall solle man sich auf jeden Fall telefonisch oder per Mail mit der Sendungsnummer an den Post-Kundenservice wenden.

Ganz reibungslos scheint der Betrieb allerdings schon lang vor Weihnachten nicht gelaufen zu sein. Die "Salzburger Nachrichten" berichteten diese Woche, dass das Jahresschreiben des Halleiner Fischereivereins viele Mitglieder nicht erreicht habe - einige dürften nun bei der Verteilung leer ausgehen.

"Es war nicht einmal nachvollziehbar, wo der Postwurf liegen blieb"

Auch in Bad Vigaun berichtet Bürgermeister Fritz Holztrattner von einer Reihe von postalischen Missständen: "Die Einladungen der Kapelle für das Cäciliakonzert sind bei den Haushalten nicht angekommen, nach der Beschwerde war nicht einmal nachvollziehbar, wo die Postwurfsendung liegt. Die Kommunalkarten, die die Gemeinde kurz vor Weihnachten ausgesandt hat, sind teilweise erst letzte Woche angekommen, teilweise gar nicht. Der Tourismusverband hat vor Weihnachten den Veranstaltungskalender ausgeschickt, der ist auch noch nicht angekommen."

Von langfristig schlechten Erfahrungen spricht Astrid Schwarz vom Büro der Tennengauer ÖVP auf der Pernerinsel: "Das ganz Haus (in dem auch der Gästeservice Tennengau und der Tourismusverband Hallein untergebracht sind, Anm.) bekommt oft tagelang keine Post und dann wird sie auf einen Haufen geworfen und wir müssen sie selbst auseinanderklauben." Der Postkasten vor der Tür werde selten geleert, "da stapeln sich manchmal die Briefe".

"Nach der Beschwerde funktioniert's zwei Tage, dann geht es wieder los"

Teilweise rufe sie das Verteilerzentrum wöchentlich an, um sich zu beschweren: "Ich habe auch schon zwei Mal an die Beschwerdestelle geschrieben, dann funktioniert's wieder zwei Tage und dann ist es wieder dasselbe in Grün." Auch Postwürfe der Partei seien schon falsch ausgetragen worden oder sogar im Verteilerzentrum liegen geblieben. "Grade in Wahlzeiten kriegen sie Tausende Euro von uns für Aussendungen, Postwürfe, Infomails etc. Wofür zahle ich das Geld? Wenn das so weitergeht, ist vorprogammiert, dass immer mehr Leute auf private Zusteller umsteigen."


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