Chronik

Halleiner Regisseur: Von der Filmakademie zum A-Festival

Für seinen Kurzfilm "TNT Boxerstory" hat sich der Halleiner Mark Gerstorfer einen hochkarätigen Darsteller gesichert und wurde auch prompt zu einem renommierten Festival eingeladen.

Boxer TNT hat vor, den Kampf absichtlich zu verlieren, um so endlich an etwas Geld zu kommen. Dafür hat ihn Veranstalter Mike schließlich geschmiert. Kurz vor dem Kampf resümiert er, wie es zu dieser Entscheidung kam. In Rückblenden erzählt er vom Scheitern seiner Beziehung zu seiner großen Liebe, seinen Ängsten vor dem Kampf und seinem Wunsch nach Rache an dem Betrüger Carlos.

Der 20-minütige Kurzfilm des Halleiner Regisseurs Mark Gerstorfer basiert auf einem Comic des österreichischen Zeichners Nicolas Mahler. Die Geschichte passt (Achtung, Wortwitz!) wie die Faust aufs Auge zu ihrem namhaften Hauptdarsteller: Graciano Rocchigiani war einer der erfolgreichsten deutschen Boxer, war in den 1980ern und 1990ern Welt- und Europameister im Halbschwergewicht sowie Weltmeister im Supermittelgewicht. Andererseits sorgte der heute 54-Jährige auch immer wieder für Skandale, wurde mehrfach zu Freiheitsstrafen verurteilt und kämpfte jahrelang mit Drogen-, Alkohol- und Geldproblemen.

"Ein liebenswürdiger Bad Boy"

"Er ist schon seinem Bad-Boy-Ruf gerecht geworden, er war aber gleichzeitig auch ein sehr liebenswürdiger Mensch", sagt Mark Gerstorfer. Der gebürtige Halleiner hatte den Ex-Boxer von Anfang als Hauptdarsteller für seinen Abschlussfilm an der Filmakademie Wien im Sinn. "Ich habe ihn gesucht und überredet mitzumachen", sagt der 39-Jährige. "Die Proben waren sehr schwierig, er kannte die Arbeit als Schauspieler nicht, war natürlich anfangs etwas überfordert und schnell reizbar. Aber beim Drehen selbst hat er dann einen Schub bekommen, als er gemerkt hat, dass das schon etwas Größeres ist als nur ich mit der Kamera in einem Keller. Vielleicht brauchte er ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Da hat's dann super funktioniert."

Als einziger österreichischer Beitrag am Montral World Film Festival

Zwei Jahre arbeitete der 39-Jährige vom Drehbuch bis zum fertigen Film an dem Projekt - ein Aufwand, für den er schon die ersten Lorbeeren ernten konnte: Seine Weltpremiere durfte der Film auf dem Montreal World Film Festival feiern, das neben großen Namen wie der Berlinale oder den Filmfestspielen von Cannes zu den 15 A-Festivals gehört. "Wir waren als einziger österreichischer Beitrag eingeladen. Noch dazu wurde der Film am Sonntag um 19 Uhr gespielt - wenn's blöd lauft, kommt man irgendwann am Dienstagnachmittag dran", freut sich Gerstorfer. Preis hat der Film letztlich in Montreal keinen gewonnen, aber schon die Einladung allein ist viel wert für Gerstorfer. Als nächstes präsentiert er den Film beim Oaxaca Film Fest in Mexiko.

Mit "TNT Boxerstory" ist nun auch sein Studium bei Regisseur-Ikone Michael Haneke an der Filmakademie Wien abgeschlossen. Nun möchte er seinen Film bei weiteren Festivals präsentieren und in Zukunft dann auch Langfilmprojekte angehen.

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