Chronik

Halleins "Gewissen" feiert

Sie sind wohl der älteste Stammtisch des Tennengaus, aber auch viel mehr: Der Halleiner Ast-Club feiert am Sonntag sein 125-Jahre-Jubiläum.

Gemeinschaft, Freundschaft, gute Gespräche und Wirtshauskultur zelebrieren - und auch das eine oder andere Kartenspiel: So definiert Clubpräsident Arno Gattinger schmunzelnd den Sinn und Zweck des Halleiner Ast-Clubs, "und er wird auch gern als Gewissen der Stadt bezeichnet". Denn schon bei der Gründung 1894 durch einige honorige Bürger der Stadt ging es nicht nur um die Pflege von Freundschaft und Geselligkeit, sondern auch um die Diskussion wichtiger politischer und gesellschaftlicher Themen - so konnten auch die Stadtoberen im Club immer "ein Ohr an der Bevölkerung" haben.

Die genaue Herkunft des "Astes" ist unklar

Noch heute treffen sich die "Astler" jeden Sonntag bzw. an Feiertagen zum gemütlichen Beisammensein in verschiedenen Halleiner Gasthäusern, ihr Stammlokal ist seit 1998 das Gasthaus Hager. Ihr Mitgliedszeichen ist nach wie vor ein kleines, mit "AC" geprägtes Holzstück, das immer mitgetragen werden muss. "Die genaue Herkunft dieses Brauchs ist unklar, vielleicht war es früher ein Amulett der Schiffbaumeister, wie der erste Präsident Karl Moldan einer war." Hat jemand seinen "Ast" nicht dabei, ist ein "flüssiger Obulus" als Strafe fällig - ein Liter Ast-Wein für die Tischrunde. "Aber mittlerweile passen alle sehr gut auf ihre Äste auf und getrunken wird mittlerweile ohnehin viel weniger als früher."

Mitglieder aus allen Gesellschafts- und Altersschichten

Ebenfalls noch aus der Gründungszeit stammt der Frauenanteil im Club - es gibt nämlich immer genau eine: die Frau des Stammwirtes. Derzeit erfüllt Marion Weißenbacher vom Gasthaus Hager die Rolle der "Ast-Mutter". Waren es Mitte der 1980er schon einmal bis zu 140 Mitglieder, sind es derzeit 54, die alle mehr oder weniger aktiv sind. Nachwuchssorgen gebe es keine: "Wir haben Mitglieder von 30 Jahren aufwärts bis weit über 80 und neue kommen eigentlich immer von selbst dazu. Nur dem Bürgermeister wird die Mitgliedschaft immer angetragen, wenn er noch nicht Mitglied ist." Die gesellschaftliche Herkunft ist weit gestreut, von Stadt- und Landespolitikern und -beamten über Ärzte, Lehrer und Kaufleute bis zu Angestellten, Landwirten und Arbeitern.

Der Ast-Club hat viele andere Vereine überlebt

Dass 125 Jahre ein beachtliches Jubiläum sind, zeigt die lange Liste von Halleiner Geselligkeits- und Wohltätigkeitsvereinen, die im Gegensatz zum Ast-Club im Laufe der Jahre wieder aus den Gasthäusern verschwunden sind, vom "Taschenfeitl-Club" über die "Stampfelia" bis zur "Gmoa Zipfelhausen Halla".

Aufgerufen am 27.09.2020 um 07:06 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/halleins-gewissen-feiert-76694596

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