Chronik

Hartes Wasser: In Itzling verkalkt sogar der Saunaofen.

In einem Fitnesscenter in Itzling war ständig der Saunaofen kaputt. Schuld war das harte Wasser.

In einem Fitnesscenter in Itzling war ständig der Saunaofen kaputt. Schuld war das harte Wasser. Dieses kommt dafür in hervorragender Qualität aus dem Wasserwerk beim Untersberg (im Bild). SN/sw/salzburg ag
In einem Fitnesscenter in Itzling war ständig der Saunaofen kaputt. Schuld war das harte Wasser. Dieses kommt dafür in hervorragender Qualität aus dem Wasserwerk beim Untersberg (im Bild).

Es war über Monate hinweg der Aufreger in einem Fitnesscenter in Itzling. Regelmäßig, gefühlt wöchentlich, gab der Saunaofen den Geist auf. Was zu erheblichem Ärger führte. Während die Betreiber streckenweise den Holzkübel versteckten - da ständig kübelweise aufgegossen würde, wie sie behaupteten -, sahen die Saunaprofis sich in ihrer Ehre gekränkt. Alle Reparaturen halfen nichts. Irgendwann wurde ein Lochblech präsentiert, das so verkalkt war, dass an seiner Rückseite eine bizarre Kruste aus sedimentierten Mineralien gewachsen war. Also doch das Wasser - allerdings der Kalk darin.

Tatsächlich ist das Leitungswasser in Itzling hart. Bei einer Wasserhärte im Mittel von 14 bis 15 Grad weist es einen hohen Anteil an Erdalkalimetallen auf. Die im Wasser gelösten, lebensnotwendigen Kalzium- und Magnesiumsalze bestimmen die Härte, die in Deutschland und Österreich als "deutsche Härte" (dH) oder nach dem neueren europäischen Standard als Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben wird.

Salzburgs Trinkwasser kommt unterirdisch vom Königssee

"Je härter das Wasser, umso besser schmeckt es", erklärt Ludwig Staiger, Leiter der Wasserversorgung bei der Salzburg AG. Der Nachteil: Haushaltsgeräte, Wasserhähne, Duschköpfe, Espressomaschinen verkalken schneller, Spritzwasser legt sich als Schleier auf Fliesen und Glaswände. Salzburg ist in der glücklichen Lage, über ausreichend sauberes und gutes Trinkwasser zu verfügen. Es kommt zu 90 Prozent aus den Grundwasserwerken Glanegg und St. Leonhard und stammt aus einem unterirdischen Einzugsgebiet, das bis zum Königsee und zur Königsseeache reicht. "Dieses Wasser ist extrem lange und tief im Boden, das kann unaufbereitet in hervorragender Qualität eingeleitet werden", so Staiger. Kleinere Quellwasser sind darüberhinaus der "Kalte Brunnen" in der Glasenbachklamm sowie die Quellgruppen Gersberg und Gniglerberg in Parsch und Gnigl (auf der Website der Salzburg AG finden sich viele interessante Daten). Das vielen Salzburgern noch geläufige "Untersbergwasser" aus der Fürstenbrunnquelle wird seit 1984 nicht mehr in das Leitungsnetz eingeleitet, sondern über eine Versickerungsanlage dem Grundwasserstrom zugeführt und so natürlich gefiltert. Über 875 Kilometer Rohrleitungen und neun Wasserspeicher gelangt das Wasser zu den Verbrauchern.

Zurück zum Saunaofen in Itzling. Der langjährige Installateurmeister Josef Weiser kann sich an Schlimmeres erinnern. "In Bergheim hatte das Wasser früher 27 Grad Härte. Das war fürchterlich. Dort waren die Boiler und Durchlauferhitzer binnen kurzem kaputt. Wir mussten ständig Geräte ausbauen, mit Säure entkalken, wieder einbauen." Einmal musste ein 50-Liter-Boiler mit der Flex aufgeschnitten werden. "Da war nur mehr Kalk drinnen, da kam kaum mehr Wasser heraus", so Weiser.

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