Chronik

Heavy-Metal-Musik dröhnte bei Begräbnis von Pfarrer - zwei Anzeigen in Ainring

Zu einem Polizeieinsatz ist es Samstagvormittag im benachbarten Feldkirchen (Gemeinde Ainring/Bayern) gekommen: Ein Friedhofsnachbar hatte während der Beisetzung des früheren Pfarrers bei offenem Fenster lautstarke Heavy-Metal-Musik ertönen lassen. Die alarmierte Freilassinger Polizei erstattete zwei Anzeigen.

Bayerische Polizei im Einsatz (Symbolbild). SN/robert ratzer
Bayerische Polizei im Einsatz (Symbolbild).

Am Montag war Anton Parzinger, der einstige Pfarrer in Feldkirchen und langjährige Dekan des Dekanats Teisendorf, verstorben. Der aus Unken (Pinzgau) stammende Geistliche wurde 83 Jahre alt.

Die feierliche Beisetzung blieb aber nicht lange feierlich.

Denn ein Nachbar des Friedhofs und der Kirche Mariä Himmelfahrt in Feldkirchen störte die Trauerfeier. Nachdem in der Kirche nicht alle der zirka 650 anwesenden Besucher Platz gefunden hatten, verfolgten viele Gäste die mit Lautsprechern nach draußen übertragene Messe im Freien auf dem Friedhof.

Der Friedhofsnachbar fühlte sich offenbar durch die Trauerfeier derart beeinträchtigt, dass er bei geöffneten Fenstern in seiner Wohnung Heavy-Metal-Musik in nicht zu überhörender Lautstärke abspielte.

Sturmläuten beim Störenfried

Die Trauergäste fanden daran keinen Gefallen und versuchten durch Läuten und Klopfen mit dem Störenfried in Kontakt zu kommen und ihn zum Abstellen der unangemessenen Rockmusik zu bewegen. Da dies scheiterte, wurde die Polizeiinspektion Freilassing verständigt.

Auch der eingesetzten Streifenbesatzung gelang es zunächst nicht, einen Kontakt herzustellen. Deshalb wurde wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe mit der Staatsanwaltschaft und dem Notdienstrichter telefonischer Kontakt aufgenommen, um einen Beschluss zur Wohnungsöffnung bzw. Durchsuchung zu erwirken. Hierzu wurde die Freiwillige Feuerwehr Ainring zur eventuelle Wohnungsöffnung alarmiert.

Störung der Totenruhe und Beleidigung

Noch während der rechtlichen Abklärungen überlegte es sich der Unruhestifter anders und öffnete seine Wohnungstür. Den Freilassinger Polizisten gelang es schnell, die Ruhe wieder herzustellen.

Im Rahmen der Anzeigenaufnahme wurde der eigentliche Beschuldigte selbst noch zum Geschädigten, als er von einer Passantin die den gesamten Einsatz mitbekommen hatte unflätig beleidigt wurde. Die Polizeiinspektion Freilassing führt nun Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe und wegen Beleidigung.

Quelle: SN

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