Chronik

Heimischer Handel zeigt Flagge im Internet

Online bummeln und shoppen: Salzburger Unternehmen setzen in der Krise auf Kundentreue.

Boutiquenbetreiberin Nadine Katz („Catwalk“ am Hildmannplatz) setzt derzeit auf Beratung per Video-Chat.  SN/wildbild
Boutiquenbetreiberin Nadine Katz („Catwalk“ am Hildmannplatz) setzt derzeit auf Beratung per Video-Chat. 

"Bitte verzichten Sie auf das Amazon-Smile am Karton und halten Sie uns, einem österreichischen Unternehmen, die Treue." So schreibt es Edith Lhotta vom "Ma Maison" (am Platz des ehemaligen Roittners Ofenloch) in ihrem aktuellen Newsletter. Kunden werden darin informiert, Weihnachtsgeschenke, Wein und Champagner heuer im Online-Shop bestellen zu können. "Wir danken Ihnen, dass Sie mit Ihrer Bestellung einen Arbeitsplatz sichern." Viel eindringlicher kann man die zugespitzte Situation nicht darstellen. Zugestellt werden die Waren über die Post. "Bei Fragen sind wir natürlich auch telefonisch erreichbar", erklärt Lhotta von dem Riedenburger Geschäft, das "Haute Couture für zu Hause" verkauft. Erst seit Kurzem agiert die Wiener Marke in Salzburg. Stammkunden, die einem in schweren Zeiten die Treue halten, müssen an der Salzach erst aufgebaut werden.

Sie sind es immer wieder, die Unternehmen und Dienstleister ihres Vertrauens auch in der Pandemie nicht im Stich lassen. Auch der Altstadtverband setzt auf sie, wenn er die Salzburger über das Altstadt-Schaufenster einlädt, sich die Stadt ins Wohnzimmer zu holen. Das funktioniert so: Die rund 1600 Mitgliedsbetriebe vom Mirabellplatz bis ins Nonntal können ihre Angebote und Artikel im "Altstadt-Schaufenster" (Zugang über die Homepage) vorstellen. Dort können Kunden gustieren und erfahren zugleich die individuelle Verfahrensweise der Geschäfte. (Wo) Kann die Ware abgeholt werden? Wird zugestellt? Was ist zu tun? Momentan sind über 700 Artikel gelistet, das Schaufenster wird täglich aktualisiert. "Natürlich geht es dabei darum, die Salzburger zu motivieren, online zu kaufen und damit einheimische Unternehmen zu unterstützen", sagt Pressefrau Ursula Maier. Eine Corona-Erfindung ist das Schaufenster übrigens nicht, es startete im Spätherbst 2019 den Betrieb. Aber: Es ist aktueller denn je.

Jungunternehmerin Nadine Katz (35) betreibt das Kindermodengeschäft "Catwalk" am Hildmannplatz. Nach dem Lockdown im Frühjahr ist das jetzt das zweite Mal, dass sie auf ihrer Saisonware sitzen zu bleiben droht. Katz bietet ihren Kunden daher an, sie per Video-Chat zu beraten und das Gewünschte nach Hause zu liefern. "Es macht Spaß, wenn die Kunden trotz der schwierigen Situation Freude an uns haben", sagt sie über ihre Motivation. Eine Handvoll hätte sich über sie bereits festlich eingekleidet oder Winterschuhe und Skikleidung bestellt. Ein Weihnachtsshooting, bei dem sich Familien fotografieren lassen können, hat Katz abgesagt.

Online-Shopping

auf Salzburgerisch

www.salzburg.gv.at/onlineshops
Land Salzburg, neu

www.salzburg-altstadt.at/ de/schaufenster
Online-Schaufensterbummel

www.kaufen-in-salzburg.at
Wirtschaftskammer, seit März

www.kauftregional.at/salzburg Knapp 3000 Händler, Produzenten, Dienstleister und Gastronomiebetriebe listet die Obertrumer Plattform auf, davon rund 500 aus Salzburg

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