Chronik

Herabstürzende Eisbrocken lösen Verkehrsunfälle aus

Eisplatte, die ein Lkw "verloren" hatte, durchschlug die Windschutzscheibe des Pkw. Der Lenker erlitt Gesichtsverletzungen. Glimpflicher ging ein Vorfall im bayerischen Grenzraum aus. Bei beiden Unfällen hielten die Verursacher nicht an. Der ARBÖ erinnert an die Pflichten der Fahrzeuglenker.

Die Polizei verfolgte den Raser (Symboldbild). SN/apa
Die Polizei verfolgte den Raser (Symboldbild).

Am Mittwoch gegen 17 Uhr durchschlug in Unterach am Attersee eine Eisplatte, die sich vom Dach eines Lkw löste, die Windschutzscheibe eines Pkw. Der 34-jährige Autolenker erlitt Verletzungen im Gesicht. Der Mann aus dem Bezirk Gmunden konnte nach der Erstversorgung durch das Rote Kreuz Unterach und durch den Gemeindearzt in häusliche Pflege entlassen werden. Der Lenker des Sattelzugfahrzeuges beging Fahrerflucht. Eine sofortige Fahndung verlief ergebnislos. Die Polizeiinspektion Unterach ( ☎ ☎ 059/133-4177) bittet um Zeugenhinweise.

Salzburger beklagt einen Sachschaden von 2500 Euro

Am Mittwochnachmittag gegen 14.30 Uhr fuhr ein 74-jähriger Salzburger mit seinem Pkw auf der B 305 von Berchtesgaden in Richtung Marktschellenberg. In der langgezogenen Linkskurve kurz vor der Kläranlage Berchtesgaden kam dem Mann ein bislang unbekannter Pkw mit Pritschen- bzw. Planenaufbau entgegen. Dieser verlor einen Eisbrocken in Größe von 50 mal 50 Zentimeter, der gegen das Auto des Salzburgers prallte. Der Sachschaden beträgt zirka 2500 Euro. Der Lenker des Verursacherfahrzeugs hielt nicht an. Die Polizei ermittelt wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und bittet um Zeugenhinweise ( ☎ ☎ 0049/8652/9467-0).

"Die fliegenden Eisstücke werden zu gefährlichen Geschossen"

Der ARBÖ erinnert daran, dass vor Fahrtantritt das Fahrzeug komplett von Schnee und Eis befreit werden muss - unabhängig davon ob es um einen Pkw, Lkw oder
einen Anhänger handelt. Besonders auf Lkw-Planen können sich bei Minusgraden Eisplatten bilden, die sich während der Fahrt lösen und auf die Straße oder den nachfahrenden Verkehrsteilnehmer krachen können. "Diese fliegenden
Eisstücke werden so zu gefährlichen Geschossen", heißt es beim ARBÖ. Nach dem Kraftfahrgesetz seien die Lenker zudem verpflichtet, dass die Nummerntafeln lesbar sind und sich Scheiben, Blinker, Rücklichter oder Scheinwerfer in funktionstüchtigem Zustand befinden. Ansonsten laufe der Fahrzeuglenker Gefahr, mit bis zu 5000 Euro bestraft zu werden. Gefahren werden darf auch nicht mit Schneehaufen auf dem Dach.

Eine Schneehaube kann den nachfolgenden Verkehr gefährden

ARBÖ-Rechtsexperte Gerald Hufnagel: "Wenn ich ein Fahrzeug in Betrieb nehme, habe ich generell die Verpflichtung, dass Dritte nicht zu Schaden kommen. Eine Schneehaube kann den nachfolgenden Verkehr gefährden, weshalb die Fahrt damit nicht erlaubt ist." Bei Zuwiderhandeln können Exekutivbeamte die Weiterfahrt untersagen. Es droht außerdem eine saftige Strafe. Noch immer hängt die Höhe des Bußgeldes von der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft ab und differiert in der Praxis. "Es wäre angebracht, endlich über eine Harmonisierung im Verwaltungsstrafrecht nachzudenken", erklärt Hufnagel.

Quelle: SN

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