Chronik

Herrin über die Burg in Mauterndorf

Inge Stolz hat vor drei Jahren ihren "Traum-Arbeitsplatz" gefunden. Den Burggeist hat sie noch nicht getroffen.

Über 35.000 Besucher schreiten jährlich durch die riesigen Tore der Burg Mauterndorf. Die Festung als südliches Bollwerk des Alpen-Übergangs Radstädter Tauern ist längst zur Attraktion für die gesamte Region geworden. Maßgeblichen Anteil daran hat Inge Stolz, die Herrin über dieses historische Bauwerk.

Wie kommt jemand eigentlich zu diesem Job? "Zufall und Glück", sagt Inge Stolz frei heraus. Ihre Heimat ist Krakau in der Steiermark, unweit der Grenze zum Lungau also. 35 Jahre stand sie in der Stadt Salzburg im Dienst des Landes. Die Burg Mauterndorf gehört dem Land Salzburg. Als vor vier Jahren die Leitung dafür ausgeschrieben wurde, hat sie sich beworben. "Mich hat diese Arbeit interessiert. Außerdem wollte ich meiner Heimat wieder ein Stück näher kommen."

Nun, das mit der Bewerbung hat geklappt. Seither pendelt die Burg-Chefin täglich aus dem steirischen Grenzgebiet nach Mauterndorf. Oder sie verbringt auch die Nacht in der Burg. "Ja, ich habe hier eine Schlafmöglichkeit, und manchmal, nach lang dauernden Veranstaltungen, kommt es auch vor, dass ich hier übernachte", erzählt die Geschäftsführerin. Hat sie da auch schon Bekanntschaft mit einem Burggeist gemacht? "Nicht wirklich", lacht sie, "obwohl es sicher einen gibt!" Aber Angst, nein Angst hat sie vor ihm nicht.

Muss sie auch nicht haben, schließlich ist sie es, die dafür sorgt, dass in den historischen Gemäuern alles so abläuft, wie es sich gehört, dass Innovationen umgesetzt und neue Ideen verwirklicht werden. Und daran muss ja auch ein Burggeist durchaus Interesse haben. So wurde zuletzt der Rittersaal saniert, der Kultursaal auf neuesten Stand gebracht, sowie Kapelle und Sakristei restauriert und für die Besucher zugänglich gemacht. Derzeit wird bei den Arkaden Historisches und Modernes geschickt verbunden.

Seit August 2015 leitet Inge Stolz die Burg Mauterndorf. "Ich habe wohl den schönsten Arbeitsplatz , den man sich vorstellen kann", leuchten ihre Augen, "ich liebe diese Aufgabe hier, die Burg ist mir so richtig ans Herz gewachsen!" Zehn Mitarbeiter stehen ihr während der Saisonzeiten zur Seite, dazwischen sind es zwei, die die Burg "in Schuss" halten. Natürlich hat sich Inge Stolz auch ganz intensiv mit der Geschichte der Burg befasst. Schon 326 nach Christi gab es hier ein Kastell der Römer. Urkundlich erstmals erwähnt ist sie erstmals 1253. Stets war die Burg Bollwerk am über Jahrhunderte schwierigen Übergang von Süden her über den Alpenhauptkamm. "Am meisten beeindruckt mich aber die Rolle von Hermann von Epenstein", erklärt Inge Stolz. Der Berliner Militärarzt war es, der 1894 die Burg erworben und sie unter großem finanziellen Aufwand vor dem Verfall gerettet hatte.

Nach den Wirren von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg hat das Land Salzburg die Lungauer Festung 1968 von dessen Erben erworben und seither ebenfalls wesentliche Instandhaltungen gesetzt. Burgfeste, besonders für die Kinder, Mittelalter-Spektakel, "Feuer & Stimme", Ostermarkt, "Lange Nächte", Versammlungen und Konzerte - das ganze Jahre über wird die Burg mit Leben erfüllt. Auch jetzt im Advent: Am 8., 9., 15. und 16. Dezember gibt es dort wieder den inzwischen so beliebten Adventmarkt. "Es ist wirklich so: Ich fühle, dass ich für diese Aufgabe hier geboren worden bin", sagt Burgherrin Inge Stolz.

Quelle: SN

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