Chronik

Herzensbildung statt Leistung

In den Integrativen Feriencamps wird soziale Kompetenz vermittelt.

Sabine Seidl, Integratives Feriencamp, mit Kindern. SN/sw/maria riedler
Sabine Seidl, Integratives Feriencamp, mit Kindern.

Die Integrativen Feriencamps von Sabine Seidl entstanden "aus einer privaten Notlage".

Redaktion: Warum haben Sie mit der Organisation dieser Camps begonnen? Sabine Seidl: Es war eine persönliche Situation. Mir ist gesagt worden, dass meine Kinder für ein Ferienangebot zu stark behindert seien. Das hat mich wütend gemacht. Ich habe dann in Folge gesehen, wie bereichernd der beidseitige Umgang und Austausch von Kindern mit Behinderung und jenen ohne Behinderung sein kann. Es war und ist immer ein Erlebnis, wenn man sieht, was sich Kinder mit Behinderung plötzlich zutrauen. Wie stolz sie beim Reiten vom Rücken eines Pferdes blicken oder beim Klettern aus großer Höhe. Das Strahlen meines Sohnes Lukas vom Pferd, das hat sich als Motivation für meine Arbeit in mir verankert.

Warum ist gelebte Inklusion so wichtig?Teilnehmer unserer Camps lernen spielerisch soziale Kompetenz für ihr Leben. Sie sehen, dass in einer hektischen und leistungsorientierten Gesellschaft nicht nur ihre Leistung zählt, sie lernen, auf Schwächere Rücksicht zu nehmen. Jeder kann hier sein, was er sein möchte. Ich glaube, das spüren bei uns alle, gerade Kinder mit Behinderung.

Glauben Sie, dass der Gedanke der Inklusion in unserer Gesellschaft angekommen ist?Nein, leider gar nicht. Das beginnt damit, dass schon einmal keiner weiß, was Inklusion überhaupt bedeutet (siehe unten).

Inklusion wäre so wichtig. Menschen werden bei uns nur mehr an ihren Leistungen gemessen und die Förderung von Herzensbildung und sozialer Kompetenz kommt viel zu kurz.

Ich würde mir hier viel mehr Unterstützung von allen Seiten wünschen. Es darf nicht einfach nur ein Wort sein, sondern muss gelebt werden. Nach der Schule tut sich für viele Jugendliche hier eine absolute Lücke auf. Deshalb will ich ja auch ein Tagesbetreuungsangebot im Pongau schaffen.


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