Chronik

Hochwasserschutz: Saalach fließt zwei Meter tiefer

Die Salzburg AG vertieft nach dem Hochwasser 2013 die Sohle des Grenzflusses. Die Maßnahme unterliegt einem knappen Zeitplan.

Peter Herzog ist mittlerweile ein richtiger Freilassing-Kenner geworden. Der gebürtige Wiener ist Projektleiter für Baustellen der Salzburg AG. Jetzt steht er im leeren Flussbett der Saalach. Genau an der Stelle, an der früher die alte Straßenbrücke über den Grenzfluss führte. "Die Brücke wurde gesprengt, kurz bevor die Alliierten nach Salzburg kamen", sagt Herzog.Denkmalgeschützte EisenbahnbrückeDie alte Eisenbahnbrücke daneben steht noch. Seit dem Hochwasser im Juni 2013 ist aber klar, dass das denkmalgeschützte Bauwerk Probleme machen kann. Genauer gesagt ist es das Flussbett, das dazu führte, dass die Saalach in dem Bereich immer wieder über die Ufer trat, sagt Herzog. "Die Pflasterung der Sohle war nicht tief genug. Das führt dazu, dass der Schotter, den der Fluss mit sich führt, anlandet."

Flussohle wird eineinhalb Meter vertieftDie Lösung dafür klingt in der Theorie simpel: Die Flusssohle wird um eineinhalb Meter vertieft, dadurch kann der Fluss künftig größere Wasser- und Schottermassen unter der 150 Jahre alten Eisenbahnbrücke durchführen. Für den Hochwasserschutz ist die Salzburg AG mit zuständig, weil sie auch das Kraftwerk in Liefering-Rott stromabwärts betreibt: Die Brücke liegt im Stauraum des Kraftwerkes. Ihre Arbeiter mussten den Fluss umleiten. Das gelang mit einem Wall aus Schotter, der direkt aus dem Fluss stammt. Grabungen im ZeitplanZudem waren die Grabungen nur während des Niedrigwassers möglich. Im Jänner war Baubeginn. Jetzt ist Mitte März und in zwei Wochen sollen die Arbeiten fertig sein. Und aus noch einem Grund tickte die Uhr: Im Juni baut die Deutsche Bahn eine neue Brücke neben der alten, um ein drittes Gleis einzurichten. Wären die Grabungen nicht jetzt geschehen, müsste man zwei weitere Jahre auf den Hochwasserschutz warten. Die Arbeiten sind nach Plan verlaufen. "Das Wetter war sehr günstig: trocken und kalt", sagt Peter Herzog.

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