Chronik

Höchststrafe: Syrer (19) muss für Raubmord 15 Jahre in Haft

Im Prozess um die brutale Bluttat an einem 30-jährigen Serben in der Stadt Salzburg erhielt ein junger Syrer am Mittwochabend 15 Jahre Haft. Sein gleichaltriger Komplize erhielt wegen schweren Raubes und versuchter schwerer Erpressung zwölf Jahre. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Der Prozess dauerte zwei Tage lang. SN/neumayr
Der Prozess dauerte zwei Tage lang.

Ins Finale ging am Mittwoch der Geschworenenprozess um die brutale Tötung eines 30-jährigen Serben in der Stadt Salzburg im Juli des Vorjahres. Seit Dienstag auf der Anklagebank: ein 19-jähriger, zuletzt im Tennengau lebender Syrer, dem Raubmord und Erpressung angelastet werden, und ein gleichaltriger Landsmann von ihm, der Raub mit Todesfolge sowie Erpressung zu vergewärtigen hat. Am ersten Prozesstag zeigten sich die zwei Syrer gegenüber dem Gericht (Vorsitz: Bettina Maxones-Kurkowski) teilgeständig.

Fakt ist: Das Opfer, das nur 49 Kilogramm wog, war am späten Abend des 9. Juli in seiner Wohnung nahe dem Hauptbahnhof an Händen und Füßen gefesselt, geknebelt, geschlagen und erwürgt worden. Dann wurde die Leiche in die Badewanne gelegt.

Der des Mordes beschuldigte Erstangeklagte beteuerte auch am Mittwoch, dass er den Serben, den man habe "schlagen und bestehlen" wollen, "unabsichtlich getötet" habe: "Ich nahm ihn in den Schwitzkasten. Aber ich schwöre, ich habe nur fünf Sekunden fester zugedrückt. Ich war von seinem Tod überrascht."

Diese Angaben wurden vom gerichtsmedizinischen Gutachter klar widerlegt: Das Opfer sei durch den angewendeten Unterarmwürgegriff "mit Sicherheit einem längeren, intensiven und flächigen Einwirken gegen die vorderen Halsweichteile ausgesetzt" gewesen. "Viele Minuten durchgehend" sei es zu einer "Kompression der Luftröhre" gekommen. Letztlich sei der Serbe qualvoll erstickt - bei vollem Bewusstsein. Beide Kehlkopfhörner waren gebrochen.

Laut Staatsanwalt Alexander Winkler hatten die Syrer den Serben in dessen Wohnung aufgesucht, um ihn zu berauben. Hintergrund: Der Erstangeklagte hatte den 30-Jährigen am 8. Juli auf dem Bahnhof kennengelernt - das spätere Opfer lud ihn um vier Uhr früh zu sich ein. Weil ihm der Serbe sexuelle Avancen gemacht habe, sei der Erstangeklagte empört gewesen. Er erzählte davon dem Zweitangeklagten. Darauf hätten beide Syrer beschlossen, sich am Serben zu rächen. Das Duo soll nach dem Fesseln des 30-Jährigen von diesem unter Schlägen auch die Herausgabe seiner Bankomatkarte samt Code erzwungen haben. Während der unmittelbaren Tötung des Opfers durch den Erstangeklagten war der Komplize bei einem Bankomaten, um Geld zu beheben.

Das Urteil des Geschworenengerichts fiel erst um 21 Uhr: Der Erstangeklagte erhielt wegen Mordes, Raubes und versuchter schwerer Erpressung die für "Junge Erwachsene" höchstmögliche Strafe von 15 Jahren Gefängnis. Der Zweitangeklagte erhielt zwölf Jahre wegen schweren Raubes und versuchter schwerer Erpressung. Nicht rechtskräftig.

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