Chronik

Höhere Strafen für Raser: Katis Mutter hat ein Etappenziel erreicht

Im April starb ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall. Seither setzt sich Sabine Peterbauer dafür ein, dass es härtere Konsequenzen für Raser gibt. Jetzt ist der Meinungsumschwung in der Bundespolitik angelangt. Doch ihr Ziel hat die Salzburgerin für sich selbst noch nicht erreicht.

Die grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler hat nun höhere Strafen für Raser angekündigt, die bis zur Beschlagnahmung des Autos für extreme Raser reichen sollen. Diese Maßnahmen sollen so rasch wie möglich umgesetzt werden.

Die Nachricht hat Sabine Peterbauer mit Erleichterung vernommen. Auch wenn es am Freitag erneut ein schwerer Tag für die Salzburgerin war, weil Katis Urne am Nachmittag beigesetzt wurde. Peterbauer hatte ihre 27-jährige Tochter Katrin am 10. April bei einem Verkehrsunfall zwischen Henndorf und Eugendorf verloren. Ein junger Flachgauer hatte an dieser Stelle trotz Überholverbot ausgeschert. Kati starb im entgegenkommenden Auto auf dem Beifahrersitz. Ihre Mutter Sabine hat sich zum Ziel gesetzt, die Politik wachzurütteln. Katis Tod sollte nicht umsonst gewesen sein. Die Familie organisierte im Juni eine Mahnwache am Unfallort. Auch die Landespolitik wurde wenig später hellhörig, Sabine Peterbauer wurde zu Gesprächen eingeladen und ließ nicht locker.

"Am Ziel fühle ich mich noch nicht, aber ich freue mich wirklich sehr, dass die ganzen Punkte, die mir wichtig waren, genau jene sind, die die Ministerin auch aufgreift. Meine Forderungen sind jetzt an der richtigen Stelle angekommen. Es war genau das, was ich auch bei der Landesregierung ansprechen durfte", sagt Peterbauer. Katis Familie und Freund Julian, der den Unfall schwer verletzt überlebte, hatten deutlich höhere Strafen nach dem Vorbild Schweiz oder Schweden gefordert - die eben bis dahin reichen sollten, dass extremen Rasern das Auto weggenommen werden kann. "Es ist eine irrsinnige Bestätigung, am richtigen Weg zu sein. Es war wichtig, der ganzen Sache das Gesicht von Kati zu geben. Sonst wäre sie wieder nur eine Zahl in der Statistik", sagt Peterbauer. Am Ziel fühle sie sich deshalb noch nicht, weil es noch viel zu tun gebe. "Ich möchte in Schulen, in Fahrschulen gehen, vor Experten und Politikern Vorträge halten, wenn es passt und wenn ich gebraucht werde. Um die Forderungen zu verstärken."

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