Chronik

Holztechnikum Kuchl: Stolz auf die neue Schule aus Holz

Das Holztechnikum Kuchl konnte kürzlich in den ersten Teil ihres neuen Schulgebäudes einziehen. Es besteht - wie sollte es anders sein - aus Holz.

676 Kubikmeter Brettsperrholz wurden für den neuen Trakt des Holztechnikums Kuchl während der Sommerferien verbaut. Pünktlich zum Schulbeginn konnten die Schülerinnen und Schüler in ein neues und modern ausgestattetes Schulgebäude einziehen.

Zuvor hatten sie bereits selbst in den Werkstätten Hand angelegt und die neue Inneneinrichtung selbst gezimmert und zusammengebaut. "Einerseits mussten wir aufs Geld schauen, außerdem haben wir die Ressourcen und Möglichkeiten im Haus", erklärt Johanna Kanzian, Pressesprecherin des Holztechnikums (HTK). Die Schüler seien außerdem stolz auf die angefertigten Möbel und würden wohl besser darauf aufpassen. Eingebaut wurden die Möbel übrigens von den Lehrern und Internatspädagogen, die dafür zwei Wochen von ihren Sommerferien opferten.

Das alte Schulgebäude war im Juli bis auf die Grundmauern abgerissen worden. Der Neubau beinhaltet fünf Klassenräume, nach der zweiten Bauetappe sollen es 14 sein. Außerdem gibt es im neuen Gebäude Räumlichkeiten für die Verwaltung, Lehrerbüros sowie die Direktion.

Der Ausbau kostet in Summe 9,8 Mill. Euro (je ein Drittel wird von Bund, Land und Holzindustrie finanziert) und findet in zwei Etappen statt. Die zweite Bauphase, die Generalsanierung des Osttraktes mit Holz, soll im Frühjahr 2017 fertig sein. Besonderes Augenmerk liegt auf den neuesten pädagogischen Anforderungen.

Holzgemeinde Kuchl

Das HTK beinhaltet eine HTL, eine Fachschule, ein Internat sowie eine Werkmeisterschule. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) war am Mittwoch bei der Einweihung des ersten Bauabschnittes in Kuchl dabei: "Kuchl hat sich mit rund 30 holzverarbeitenden Betrieben, der Fachhochschule, Einrichtungsberaterschule, HTL, Fachschule und Landesberufsschule sowie proHolz und dem Holzcluster als überregionales Kompetenzzentrum im Bereich Holz etabliert."

Wichtige Einkommensquelle

Das Bundesland Salzburg ist mit 375.000 Hektar Waldfläche zu 52 Prozent mit Wald bedeckt. Der daraus gewonnene Rohstoff Holz bietet für rund 1000 holzverarbeitende Betriebe einen nachhaltigen Werkstoff und stellt für mehr als 20.000 Salzburger eine direkte Einkommensquelle dar.

Architekt Tom Lechner hat sich in der Branche einen Ruf mit seinen Holzbauten aufgebaut. Er plante auch das Gemeindeamt der Marktgemeinde Kuch. "Holz gewinnt als Baumaterial stetig an Bedeutung, und nicht zuletzt haben auch der Klimaschutz und die Ressourcenschonung im Bauwesen ein Umdenken hervorgerufen. Gleichzeitig machen heute technische Entwicklungen sowie computergestützte Fertigungsmethoden, ein hoher Vorfertigungsgrad und kurze Errichtungszeiten den Holzbau sehr attraktiv", beschreibt Lechner.

SPÖ fordert erneut Technik-Institut

Die SPÖ Salzburg erneuerte in Zusammenhang mit der Fertigstellung der ersten Bauphase beim HTK Kuchl ihre Forderung nach einem technischen Institut. "Mit der Investition von 9,8 Millionen Euro in das Holztechnikum Kuchl kommt man unserer Forderung nach einem 'Technischen Institut Holz' in Kuchl auf halbem Weg entgegen", erklärt SPÖ-Chef Walter Steidl.

Kuchl werde um die Expertise und die vielen Holzbetriebe weltweit beneidet. Aufbauend auf der Fachhochschule, die sich ebenfalls an diesem Standort befindet, könne man ein Technisches Institut etablieren. "Es könnte beispielsweise in Kooperation mit der TU München oder der TU Wien betrieben werden", erklärt Steidl.

Moderner Werkstoff Brettsperrholz

Beim HTK-Neubau wurde der moderne Holzwerkstoff Brettsperrholz verwendet. Kreuzweise verleimte Bretter bilden die massive Tragstruktur der Wände und Decken. Das Gebäude erreicht dank der guten Dämmungseigenschaften Niedrigstenergiestandard. In den Unterrichtsräumen wurden die Brettsperrholzwände und -decken sichtbar ausgeführt. Akustikpaneele an den Decken und mit Loden bespannte Pinnwände an den Wänden sorgen für eine optimale Raumakustik.

m gesamten Schulgebäude wurde massiver Eichenparkettboden verlegt. Die installierte Fußbodenheizung kann in den warmen Monaten gegebenenfalls auch als Kühlung verwendet werden. Dafür wurde eine Grundwasserwärmepumpe installiert.

Der Heizwärmebedarf beträgt 24 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr und erreicht somit Niedrigstenergiestandard.

Platz für neue offene Unterrichtsformen

Die Klassen im Neubau ermöglichen offene Unterrichtsformen. Die Klassen werden in einem räumlichen Verbund (genannt Cluster) zusammengefasst. Das soll einen möglichst flexiblen Wechsel zwischen verschiedenen Lernformen - wie Einzelarbeit, Gruppenarbeit oder auch Frontalunterricht - ermöglichen. Cluster bedeutet, dass drei Klassen und ein Gruppenraum zu einem räumlichen Verbund zusammengefasst werden. Dadurch werden die klassenübergreifenden Kooperationen gestärkt und überschaubare Einheiten geschaffen. Das Herzstück jedes Clusters ist der Marktplatz oder die Gruppenzone. Er dient als Aufenthaltsbereich in den Pausen sowie Arbeitsbereich für Individualphasen von einzelnen Schülerinnen und Schülern während des Unterrichts.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2018 um 08:28 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/holztechnikum-kuchl-erste-bauetappe-fertiggestellt-1042060

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