Chronik

Horrorclown griff Radler in Hallein an - Sichtung auch in Bayern

Nachdem am Wochenende ein 14-jähriger Radler in Hallein von einem Horrorclown tätlich angegriffen wurde, wurde am Sonntagabend auch ein Vorfall aus Bad Reichenhall im benachbarten Bayern gemeldet. Mittlerweile haben auch Versicherungen das Thema aufgegriffen.

Horrorclown griff Radler in Hallein an - Sichtung auch in Bayern SN/APA (AFP/Getty) Archiv/SCOTT OLS
Jetzt, kurz vor Halloween, werden immer mehr Vorfälle mit sogenannten Horrorclowns bekannt.

Ein maskierter Clown wurde am Sonntagabend gegen 20 Uhr am Bergweg in Bad Reichenhall gesehen und sorgte kurze Zeit für Aufregung. Das berichtete die bayrische Polizei Montagfrüh. Ein Anwohner verständigte die Polizei. Wie die Befragungen ergaben, hatte der Clown mit roter Perücke und roter Nase einen Stock bei sich und war den Bergweg Richtung Bayerisch Gmain gegangen.

Jugendliche liefen hinter dem Clown her, der dann aber in der Dunkelheit über die Wiesen am Streitbichl verschwand. Mehrere Polizeistreifen suchten nach dem Clown. Dieser blieb jedoch unerkannt.

Salzburg: Zwei Vorfälle am Wochenende

Zwei weitere Vorfälle mit Horrorclowns gab es in Salzburg in der Nacht auf Sonntag. In Hallein schubste eine maskierte Person einen 14-jährigen Radfahrer. Der Bursch kam dabei zu Sturz und zog sich Abschürfungen zu. Laut seinen Angaben soll der Clown noch gelacht haben, als er davon lief. Nach dem Täter wird gefahndet.

Für großes Aufsehen sorgte laut Polizei zudem ein Foto mit mehreren Gruselclowns vor dem Grödiger Ortsschild. Die Polizei Anif konnte diese Clowns mittlerweile ausfindig machen. Es handelt sich um einen 15- und einen 16-jährigen Jugendlichen. Die Polizei führte gemeinsam mit den Eltern der beiden ein Gespräch über die Problematik dieses neuen Trends. Ein strafbares Handeln lag in diesem Fall nicht vor.

Polizei forschte weitere Clowns aus

In der vergangenen Woche hatten als Clowns verkleidete Personen bereits Menschen in Golling erschreckt. Die Polizei konnte auch diese Maskierten ausforschen. In diesem Fall handelte es sich um einen 17- und einen 18-Jährigen. Sie gaben ebenso wie die Grödiger Clowns an, Aufsehen auf Facebook und Co. erregen zu wollen. In diesem fall ortete die Polizei keine strafbare Handlung. Anders war das im Fall eines 14-Jährigen aus BIschofshofen. Er wollte als Clown verkleidet ein Auto anhalten. Die Polizei zeigt ihn wegen Ordnungsstörung an.

Clown-Phänomen ist zum Thema für Versicherungen geworden

Wie weite Kreise das neue Horrorclown-Phänomen mittlerweile zieht, zeigt die Tatsache, dass sich mittlerweile auch namhafte Versicherungen damit beschäftigen. Die D.A.S., laut eigenen Angaben Österreichs führender Rechtsschutzspezialist, warnt etwa in einer Aussendung davor, dass Horrorclowns mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben - aufgrund des Tatbestandes der Nötigung und gefährlicher Drohung. Denn mit gruseligen Clown-Verkleidungen unbeteiligte Menschen zu erschrecken oder auch anzugreifen, sei kein Kavaliersdelikt.

Für Betroffene könne dieser Trend eine unangenehme und gefährliche Situation bedeuten, heißt es. "Wenn Menschen mit Waffen, Attrappen, Drohgebärden oder dem Vortäuschen von tatsächlichen Gewalthandlungen bewusst Angst gemacht wird, kann der Tatbestand der gefährlichen Drohung erfüllt sein", warnt Ingo Kaufmann, Vorstand der D.A.S. Rechtsschutz AG. Hier drohen bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bis 720 Tagessätze, die nach dem persönlichen Einkommen berechnet werden. Darüber hinaus könne sich auch rasch der Tatbestand der Nötigung ergeben. "Dieser bedeutet, dass man einen anderen unter dem Druck von Gewalt oder gefährlicher Drohung zu etwas veranlasst, was er ohne diesen Druck nicht getan hätte", so Kaufmann.

Noch kritischer werde es, wenn es im Zuge des Horrortreibens zu Körperverletzungen komme. "Eine fahrlässige Körperverletzung ist nicht unwahrscheinlich, wenn jemand absichtlich einen anderen Menschen so sehr erschreckt, dass dieser etwa sein Fahrrad verreißt oder beim Laufen stolpert", klärt Kaufmann weiter auf. Dieser Tatbestand ist nach dem Strafgesetzbuch mit bis zu drei Monaten Freiheitsstrafe oder 180 Tagessätzen zu bestrafen. Falls Horror-Clowns ihre Aktionen filmen und danach ins Internet stellen, können davon Persönlichkeitsrechte der gefilmten Personen betroffen sein.

Wann Notwehr erlaubt ist

In Stresssituationen reagierten Menschen sehr unterschiedlich, betont die Versicherung. Wer glaube, als Horror-Clown nur Spaß zu haben, könne auch seine Überraschungen und Schockmomente erleben. Während manche Menschen in eine Art Schockstarre verfielen oder die Flucht ergriffen, gäbe es auch wehrhafte Menschen, die auf Konfrontation setzen würden. Wenn der maskierte Clown eine Waffe oder Waffenattrappe sichtbar bei sich habe oder gar damit drohe, könne er mit sehr offensiver Gegenwehr rechnen. "Der Grat zwischen Notwehr und Notwehrüberschreitung ist ein sehr schmaler", informiert Jurist Kaufmann. "Hier kommt es insbesondere auf die Angemessenheit der Verteidigung an. Wenn man sich aus Notwendigkeit verteidigt, um einen gegenwärtigen oder unmittelbar drohenden Angriff auf Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit oder Freiheit von sich oder einem anderen abzuwehren, handelt man nicht rechtswidrig", so Kaufmann weiter.

Verletzung des "öffentlichen Anstands" zu Halloween

Seit Jahren boomt das Geschäft mit dem Schrecken auch in Österreich und damit steigt die Anzahl von Anzeigen. Sind Kostüme besonders anstößig oder obszön, können sie eine Verletzung des "öffentlichen Anstands" darstellen. Selbst zu Halloween, wenn Verkleidungen etwas gruseliger sind, kann hier eine Grenze überschritten werden. "Wenn die Verkleidung den "öffentlichen Anstand" verletzt, wird dies als Verwaltungsübertretung gesehen und mit bis zu 2000 Euro bestraft", klärt Kaufmann auf. Im Falle einer polizeilichen Kontrolle ist man immer verpflichtet, sein Gesicht zu zeigen. Ansonsten kann die Polizei nicht überprüfen, ob der vorgezeigte Ausweis auch zur Person gehört", so Kaufmann abschließend.

Quelle: SN

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