Chronik

Hündin zwei Wochen nicht gefüttert: Salzburgerin wegen Tierquälerei verurteilt

35-jährige Frau erhielt drei Monate bedingte Haft. Hündin "Lucy" wurde kurz nach ihrem Auffinden in der verwahrlosten Wohnung der Angeklagten aufgrund eines Lebertumors eingeschäfert.

Mischlingshündin „Lucy“.  SN/pfotenhilfe
Mischlingshündin „Lucy“.

In einem nur zehn Minuten langen Prozess ist am Dienstag am Landesgericht Salzburg eine 35-jährige Frau wegen Tierquälerei zu einer bedingten Haftstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Sie soll im Frühjahr ihre Hündin Lucy mindestens zwei Wochen lang nicht gefüttert haben. Der abgemagerte, apathische und beinahe verdurstete Rottweiler-Bernersennen-Mischling starb wenig später an einem Tumor.

Die derzeit wohnungslose und offenbar schwer verschuldete Angeklagte blieb im Verfahren mundfaul und gestand die Tat nur halbherzig ein. Ihr sei damals alles über den Kopf gewachsen, meinte sie knapp. Was ihr über den Kopf gewachsen sei, wollte Richterin Gabriele Glatz wissen. "Da diskutiere ich nicht darüber", antwortete die 35-jährige bestimmt. Sie sei aber jeden Tag bei ihrem Hund gewesen und habe ihm zumindest täglich frisches Wasser in einer Schüssel gebracht.

Das kann Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe Lochen, einer Tierschutzeinrichtung zu der Lucy später gebracht wurde, nicht verstehen. "Der Hund hat minutenlang Wasser getrunken, nachdem wir ihn abgeholt haben." Die Wohnung der Frau sei auch ziemlich verwahrlost gewesen. Die Richterin verurteilte die Angeklagte am Dienstag zudem zu einer Zahlung von 574,08 Euro an die Pfotenhilfe - für die Abholung, Untersuchung, Behandlung und letztlich Einäscherung des Hundes.

Der Nahrungsentzug hatte das Tier zwar geschwächt, die Todesursache war - davon unabhängig - aber ein fortgeschrittener Lebertumor, der bei der Untersuchung entdeckt wurde. Eine Behandlung wäre zu diesem Zeitpunkt schon zu spät gekommen, sagte Stadler, dessen Verein sich als Privatbeteiligter dem Verfahren angeschlossen hatte. "Die Frau hätte aber wohl früher erkennen müssen, dass der Hund schwer krank ist."

Die Angeklagte nahm das (noch nicht rechtskräftige) Urteil heute ungerührt hin. "Es ist mir egal, was ihr da entscheidet", sagte sie und stürmte nach Prozessende aus dem Saal. Weil die Frau im Juni nicht zu einem ersten Prozesstermin erschienen ist, wurde sie heute übrigens von zwei Polizisten vorgeführt.

Quelle: APA

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