Chronik

Ihr Fokus liegt auf der Jugend

Was macht eine UNO-Delegierte in Berndorf? Es ist die Heimat von Natalie Haas , 22. Als Sprachrohr für Österreichs Jugend setzt sie sich für deren Belange ein und vertritt diese im Oktober in New York.

Natalie Haas im Garten ihrer Mama Anna Maria in Berndorf: Hier ist – trotz aufgeklappten Laptops – Genuss angesagt. SN/sw/kabö
Natalie Haas im Garten ihrer Mama Anna Maria in Berndorf: Hier ist – trotz aufgeklappten Laptops – Genuss angesagt.

Reisen war immer schon ein großes Thema im Hause Haas - genauso wie das politische Interesse und der Blick über den Tellerrand. Geschürt hat dieses der Uropa von Natalie Haas, Überlebender zweier Weltkriege, und leidenschaftlicher Verfechter des EU-Gedanken. Auch mit dem Reisefieber wurde die 22-Jährige schon bald infiziert, bereits ab dem Alter von einem halben Jahr war sie in Indien, um ihren Opa, der mehrere Winter in Goa verbrachte, abzuholen. "Reisen war für mich immer schon das Wichtigste", sagt sie.

Doch auch die Heimat und die Familie haben einen großen Stellenwert für die junge Frau. Ihr ganzes Engagement schenkte sie 2015 den Flüchtlingen im Ort Berndorf, wo im Heim 55 Personen untergekommen waren. Die Kindergartenpädagogin koordinierte mit Herz und Energie das Engagement der Freiwilligen. "Auf meiner ersten Liste gab's 60 Personen", sagt sie.

Nach dem Studium zum Bachelor in Politikwissenschaften in Salzburg verschlug es die Globetrotterin nach England, wo sie an der Universität von Essex in Colchester den Master in "Conflict Resolution", Konfliktlösungen für internationale Beziehungen, abschloss. "Ich bin gerade erst heimgekommen. Die Masterarbeit schreib' ich hier fertig."

Es scheint, dass dafür noch genügend Zeit bleibt, wäre da nicht ihr neuester "Job" als diesjährige UN Youth Delegate, also Jugendbeauftragte für Österreich bei der UNO. Bereits mit 18 hat sich die Berndorferin dafür beworben. Und heuer ist ihr zu Beginn des Jahres wieder die Ausschreibung untergekommen. Heuer haben sich 58 junge Leute dafür beworben. "International gibt es nicht einmal 50 Jugenddelegierte. Und das bei 193 Mitgliedsstaaten."

"Mir ist es ein Anliegen, mich auf internationaler Ebene für die Rechte und Teilhabe von Jugendlichen einzusetzen." So ist es ihr wichtig, Jugendpolitik nicht nur für sondern auch mit Jugendlichen zu machen.

"Junge Leute haben mehr Partei- als Politikverdrossenheit." Denn 50 Prozent der Jugendlichen würden sich freiwillig in einer Organisation einbringen.

Im Oktober in New York hat die aufstrebende 22-Jährige den ganzen Monat Zeit, österreichische Diplomaten in Fragen der Jugendlichen zu beraten. Weiters liegen ihr die Freiwilligkeit sowie die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung sehr am Herzen. "Mein Schwerpunkt ist die Chancengleichheit."

Dass die Jugend oft doppelt diskriminiert werde, ist ihr ein Dorn im Auge. "Man wird automatisch nicht so ernst genommen." Das soll sich ändern, seit 9. Juli ist die junge Frau in ganz Österreich unterwegs, um sich bei einer Tour ein Bild von Jugendlichen zu machen. "Ich werde auf unterster Ebene ansetzen und Anliegen, Ideen etc. auf eine hohe politische Ebene tragen." Ihr Ziel ist es, eine neue Jugendpartizipation auf internationaler Ebene zu schaffen.

Ihre Energie holt sich die Delegierte mit dem langen glatten Haar, das sie immer offen trägt, auch zuhause bei ihrer Mama, im Garten, bei einer Tasse frischen Minz-Mellissen-Tee und bei Treffen mit Freundinnen. Und heuer geht's noch zwei Wochen mit ihrem Freund aus Oberndorf nach Großbritannien. Selbst charakterisiert sich das Energiebündel als zielstrebig, wissbegierig, aktiv. "Ich will hinaus in die Welt, Karriere machen, aber auch die Familie ist mir sehr wichtig."

Daten und Fakten zur UN-Jugenddelegation

Alljährlich fordert die UNO alle 193 Mitgliedsstaaten auf, auch Jugenddelegierte zu schicken. Österreich macht das seit 2012, der "Posten" wird von der Bundesjugend-Vertretung (BJV) ausgeschrieben.

Bis 22. Juli ist Natalie Haas in Österreich unterwegs, hat pro Tag vier Termine mit Jugendlichen, Beratungsstellen, Camps, Jugendzentren...

"Deine Nachricht an die Vereinten Nationen": Per Link kommt man zu einem Formular, das direkt die Bundesjugend-Vertretung (BJV) erreicht. www.goo.gl/forms/KT8oLYf3 f0eNXtJ73

Kontakt: natalie.haas@bjv.at, über Facebook oder Twitter.

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