Chronik

Ihr Glück dieser Erde sind die Isländerpferde

Wiehern, Schnauben, Hufgetrappel. Am Arbeitsplatz von Laura Pöttinger ist immer was los. 150 "Isis", also Isländerpferde, leben auf dem Reiterhof Burghauser in Straßwalchen. Laura Pöttinger ist Pferdewirtin und teilt sowohl ihre Arbeitszeit als auch ihre Freizeit liebend gerne mit den flauschigen Fünf-Gang-Pferden.

Sie kennt alle 150 Pferde am Hof beim Namen - sogar ihre Abstammung ist der Pferdewirtin nicht fremd. Die Burghauser-Hofbetreiber Birgit und Gerhard Ledl freuen sich über eine weitere engagierte Mitarbeiterin. Laura Pöttinger hat im Sommer 2021 die Berufsausbildung abgeschlossen.

Bevor sie sich entschloss, hier die Lehre als Pferdewirtin zu absolvieren, schnupperte sie auch in anderen Betrieben - einem Einzelhandelsgeschäft, einer Konditorei und einer Gärtnerei. Im Winter 2018 kam die passionierte Reiterin dann zum Burghauser-Hof in Straßwalchen, wo sie ein einmonatiges Praktikum hinlegte.

Schon bald war klar, dass sie hier ihre Lehre machen möchte. Nach der dreijährigen Lehrzeit am Hof ist sie seit Juni 2021 Pferdewirtin. Diesen Titel haben am Hof noch drei weitere junge Frauen: Melanie, Patricia und Fiona. Anfang Februar wird ein neues Lehrmädchen in die Welt der Isländer eintauchen.

Bereits mit vier Jahren auf dem Rücken eines Ponys

Der gewählte Beruf kommt auch der "pferdenarrischen" Laura Pöttinger zugute, denn sie ist mit Pferden aufgewachsen. "Ich bin schon mit vier Jahren auf dem Pferd gesessen. Es war ein Shetlandpony, Trixi hat es geheißen", sagt sie. Das Pferdegen hat sie von ihrer Mama übernommen, und Laura begann mit dem Westernreiten. Im Stall standen ein paar Pferde, jedoch keine Isländer. Zu dieser Ponyrasse hat die 21-Jährige nun eine ganz besondere Beziehung. Ihr war von aller Anfang klar, dass sie am Hof, den es seit 1701 gibt und der seit 35 Jahren auf Pferde umgestellt wurde, arbeiten möchte.

Neben den vier Pferdewirtinnen gibt es drei Stallburschen, die hier Ausmisten und für Reparaturen zuständig sind. Das heißt nicht, dass Laura nicht etwa den Besen und die Mistschaufel in die Hand nimmt - im Gegenteil, auch Ausmisten und Füttern gehört zu ihren Aufgaben. "Wir halten alle zusammen und schauen, dass alles sauber ist", sagt sie.

Ausmisten, Ausmisten, Arbeit mit jungen und Beritt-Pferden

Um 7.30 Uhr beginnt ihr Arbeitstag, dann werden Boxen ausgemistet, gefüttert. Danach steht Boden- und Führarbeit mit den Jungpferden auf dem Programm. Die Isländer aus eigener Zucht - es sind zur Zeit neun Hengste im Stall - werden mit dreieinhalb Jahren eingeritten.

Zur Zeit hat Laura fünf Berittpferde von auswärts und aus dem eigenen Stall, wie "Valur" oder "Spes". Diese werden auf Turnieren vorgestellt und verkauft. Zum Profireitsport gehört viel Praxis und Wissen, so hat Laura den Reiterpass, das Islandpferdezertifikat, das Western Riding Certificate, eine Fahrlizenz sowie das Österreichische Fahrabzeichen in Bronze. "Kutschenfahren ist hier aber kein Thema", sagt sie.

Die einstündige Mittagspause verbringen Laura und ihre Kolleginnen im top renovierten Reiterstüberl, zum Kochen steht ihnen eine Küche zur Verfügung. Danach kümmert sich Laura um ihre Berittpferde und - natürlich - um ihre Reitschülerinnen und Reitschüler, denen sie Unterricht gibt. "Wir haben zur Zeit 25 Schulpferde, zwei gehen demnächst in Pension. Für ,Achat' und ,Adrei', beide 24, suchen wir noch einen Pensionsplatz."

Nach Dienstende ist noch lange nicht Schluss mit den Pferden. Dann kümmert sie sich um die eselgraue "Flaska", die ihr ihr Chef zum Beritt zur Verfügung stellte. Was neben ihrer Reitkappe immer am Hof dabei ist, ist die Spiegelreflexkamera. Und welches ist Lauras Lieblingsmotiv? Pferde, was sonst!

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Aufgerufen am 23.05.2022 um 05:15 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ihr-glueck-dieser-erde-sind-die-islaenderpferde-115719496

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