Chronik

Ihre Schutzprojekte erhöhen die Sicherheit in den Gemeinden

Zur Auswertung von Wetterphänomenen hat die Wildbachverbauung gemeinsam mit der ZAMG ein neues Tool entwickelt. Im Lungau wurden 2019 wieder einige Wildbäche gezähmt und Gräben verbaut.

30 Mitarbeiter - davon arbeiten 21 auf den Baustellen - zählt die Gebietsbauleitung mittlerweile im Lungau. Die Auftragsbücher sind voll. "Die Zeit, in der Starkniederschläge fallen, dehnt sich aus. Es beginnt im April/Mai und kann bis September/Oktober anhalten. Auffallend sind aber auch trockene Perioden dazwischen", sagt Wildbach-Gebietsbauleiter Markus Moser.

Zur Auswertung von Wetterphänomenen hat "Die Wildbach" gemeinsam mit der ZAMG ein Tool entwickelt. "Man kann dadurch Prozesse und Begebenheiten besser abschätzen. Wir leben von der Ereignisdokumentation. Entscheidend sind dabei die 5 W: Was, wann, wer, wo und warum."

Extremer Starkregen und Hagel sorgten am 20./21. Juli für eine Sperre der B 99 zwischen Mauterndorf und Tweng. Geschiebe - ein Gemisch aus Schlamm und Holz - aus dem Mühltalergraben und dem Kreuzmahdgraben vermurte die Straße.

"Lokale, stationäre Gewitter werden mehr. Ein neues Phänomen ist, dass die Gewitterzellen örtlich bleiben und sich wieder neu aufbauen." In Tweng wurde 2019 auch ein Steinschlagprojekt abgeschlossen. Ab Winter 2019/20 wird in Tweng eine Schnee- und Windmessstation inklusive Kamera zur besseren Abschätzung der Lawinensituation installiert.

Sehr betroffen von Wildbächen, Lawinen und Rutschungen sind im Lungau die Seitentäler. Seit 1976 gibt es Gefahrenzonenpläne. "Viele rote und gelbe Zonen gibt es vor allem in Zederhaus und Muhr", sagt der 46-Jährige. Genau vor einem Jahr, Ende Oktober, hielt extremer Starkregen die Einsatzkräfte in Muhr auf Trab. Zusätzliche Sturmböen richteten schwere Schäden an, überfluteten Häuser und zerstörten eine Brücke im Ort. Die Arbeiten an der Ortsverbauung sind mittlerweile wieder abgeschlossen. "Die Aufarbeitung und Räumung der Sperren wurde umgehend erledigt."

Im Jänner stellten Lawinen die Gemeinde Muhr vor weitere Herausforderungen. In Planung ist jetzt ein Schutzprojekt im Noisgraben bei der Ortseinfahrt Muhr, wo ein Lawinenablenkdamm entstehen soll. Ziel: Fertigstellung Ende 2019. Weiters ist auch dort im oberen Bereich eine Schnee- und Windmessstation inklusive Kamera geplant, die 2020 in Betrieb gehen soll. Fast jährlich sei mit einer Lawine im Kaltenfeldgraben im Ortsteil Jedl zu rechnen, so wie auch im Jänner 2019, wo anschließend die Straße gesperrt bleiben musste: "Es gibt Überlegungen für Notwege. Diese umzusetzen, ist aber äußerst schwierig, weil auch dort hohe Lawinengefahr besteht."

Aber nicht nur die Verbauung mit Schutzbauten sei wichtig, auch der Schutzwald spiele eine große Rolle: "Entscheidend ist die Verbesserung des Schutzwaldes. Standortgerecht werden dabei geeignete Baumarten gepflanzt. In höheren Lagen sind Lärchen- oder Zirbenbäume, aber auch Laubhölzer wie Bergahorn oder Grünerle besonders dafür geeignet."

Für 2020 stehen der Lawinenschutz Tauernrampe von Tweng bis zur Gnadenalm, der Fanningerbach, die Fertigstellung des Burgstallgrabens in St. Michael oder ein Schutzprojekt für den Graben in Tafern bei Ramingstein auf der Agenda.

In der Praxis kommt der Auftrag von Interessenten an die Wildbachverbauung: nämlich von Wassergenossenschaften oder von Gemeinden. Erst dann beginnt "Die Wildbach" mit einer Vorprojektierung. "Dies ist entscheidend zur Beurteilung, ob der Schutz tatsächlich erhöht werden kann und eine Finanzierung möglich ist", sagt Markus Moser.

Zum Einsatzgebiet der Gebietsbauleitung Lungau zählt auch der Ennspongau bis Filzmoos.

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