Chronik

Ihre Welt sind Aluplatten und Druckmaschinen

Nicole Weber hängte ihr Studium an den Nagel. Als angehende Vorstufentechnikerin hat sie bei der Druckerei Roser ihren Lieblingsberuf gefunden.

Es kann leicht sein, dass sie in ihrem Urlaub bei ihren Kollegen vorbeischaut. So gerne geht Nicole Weber aus Gnigl in die Arbeit.

Davon sind sowohl Chef Peter Buchegger als auch ihr Ausbilder Michael Wachs begeistert. "Sie ist die beste Auszubildende seit 20 Jahren", sagt der gelernte Mediengestalter aus Piding.

Nicole Weber (21) besuchte die HTL Itzling, begann nach der Matura ihr Studium der Kommunikationswissenschaft. "Nach einem Semester wusste ich schon, dass das nichts für mich ist. Es war mir viel zu trocken", sagt sie.

Sie wollte arbeiten. Bereits neben dem Studium - auch um sich das Wohnen in der Geschwister-WG in Lehen leisten zu können - arbeitete sie samstags bei einem Lebensmitteldiskonter. Über das AMS bezog sie eine Liste von freien Stellen, bewarb sich etwa als Tischlerin und eben bei der Druckerei Roser als Druckerin.

Beim Bewerbungsgespräch wurde bald klar, dass das mehrfach umweltzertifizierte Unternehmen in Mayrwies für Nicole Weber eine Lehrstelle in der Druckvorstufe vorgesehen hatte.

Ein fünfköpfiges Team rund um Michael Wachs kümmert sich hier um alle Prozesse, die es vor dem Druck von Prospekten, Broschüren, Katalogen, Plakaten etc. so braucht.

Die "Pippi Langstrumpf" der Druckvorstufe

Seit April 2021 unterstützt Nicole Weber - "die Pippi Langstrumpf der Druckvorstufe" - das Team. Nichts ist der Salzburgerin zu schwer, so schleppt sie ohne Weiteres 25-kg-Säcke mit Salz zum Enthärten von Wasser oder Packungen mit 40 Alu-Platten von etwa 15 Kilogramm. "Sie ist unglaublich stark", sagt Michael Wachs.

Ein Schreibtischjob wäre für die junge Frau nie in Frage gekommen. Nun ist sie viel im Haus zwischen den Büros, in die Druckerhalle, unterwegs. Sie übernimmt bereits verantwortungsvolle Auftragsarbeiten; aber auch das Befüllen und Warten der Belichtungs- und Entwicklungsmaschinen, Plotter und Digitaldruckmaschinen gehören zu ihren Tätigkeiten. Meist kommt Nicole per Fahrrad in den Familienbetrieb. Wie auch daheim widmet sie sich hier mit Liebe den grünen Gewächsen. "Ich bin begeisterte Pflanzenmutter."

Beträgt die Lehrzeit in der Druckvorstufentechnik normalerweise dreieinhalb Jahre, wurde der Quereinsteigerin ein Jahr gutgerechnet. "Am 7. Februar beginnt so mein zweites Lehrjahr." Theoretisches Wissen erlernt sie in der Berufsschule in Linz.

Mit der Firmen-Berggruppe jedes Quartal hoch hinaus

Ihren Ausgleich zum Druckerei-Alltag holt sich die 21-Jährige in der Natur. "Am liebsten bewege ich mich draußen", sagt sie. So kommt ihr auch die Firmenberg-Gruppe zugute, die jedes Quartal einen Berg - wie etwa den Staufen, Nockstein oder den Dötzenkopf - erklimmt.

Herausfordernd kann ihr Job auch sein, denn "manche Aufträge sind anspruchsvoll, zum Beispiel Broschüren mit Klebebindung oder eingestanzten Mustern. Wenn es dann am Ende gepasst hat, freue ich mich so, dass ich das allein geschafft habe".

Die Lehre wird die engagierte Salzburgerin ebenfalls schaffen, davon ist auszugehen.

Und wie wünscht sie sich ihre berufliche Zukunft? "Ich bin hier hineingesprungen und hoffe, dass ich bei der Druckerei Roser noch lange arbeite, weil es mir so taugt."

STADT SALZBURG-NEWSLETTER

Jetzt kostenlos anmelden und wöchentlich topaktuelle Informationen aus Ihrer Region kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 23.05.2022 um 12:54 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ihre-welt-sind-aluplatten-und-druckmaschinen-115717771

Kommentare

Schlagzeilen