Chronik

Im Fuschlsee nach Unrat getaucht

Die Wasserrettung Flachgau und weitere freiwillige Helfer befreiten den Fuschlsee von Müll und förderten dabei manch Kurioses zutage.

Es gibt angenehmere Wetterbedingungen für einen Sprung in den ohnehin kühlen Fuschlsee. Das hielt aber am 10. Oktober die zahlreichen Freiwilligen, die an der Seereinigungsaktion der Österreichischen Bundesforste am Fuschlsee teilnahmen, nicht von ihrem Engagement ab. Die Aktion fand in Zusammenarbeit mit der Wasserrettung Flachgau statt, die für den Einsatz das eigene Team mit Helfern aus dem Pongau und der Stadt Salzburg verstärkte.

Bei einer Wassertemperatur von 14 Grad stiegen zwölf Taucher und zwei Taucherinnen in zwei Gruppen beim Bootshaus der Freiwilligen Feuerwehr Fuschl in den See. Eine Gruppe arbeitete sich in Richtung Badeplatz Wesenauer am Südwestufer vor. Dort sollte ein versunkenes Ruderboot gehoben werden, das bereits vor einiger Zeit von Tauchern gesichtet worden war. Die zweite Gruppe tauchte in Richtung Fuschler Ortszentrum, um anschließend den Seegrund zwischen Hotel Waldhof und Strandbad Fuschl zu säubern. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Freiwilligen unter Wasser von Kollegen am Ufer sowie in zwei Booten der Wasserrettung und in einem Boot, das die Freiwillige Feuerwehr Fuschl zur Verfügung stellte.

Bergung eines Ruderbootes als Herausforderung

Die Bergung des Ruderbootes beim Badeplatz Wesenauer verlangte den Freiwilligen bei zwei Tauchgängen einiges an Geschick und Technik ab: Das ursprünglich vermutlich von Fischern genützte, rund 3,5 Meter lange Kunststoffboot lag in einer Tiefe von 28 Metern und wurde mit vereinten Kräften gehoben. Das Boot war mit Schlamm gefüllt und dadurch entsprechend schwer. Die Taucher setzten zwei Hebeballons und lange Seile ein und mussten dabei mit der starken Trübung des Wassers durch den aufgewühlten Seegrund zurechtkommen. Allein der Tauchgang für die Sichtung und Verankerung des Bootes dauerte 45 Minuten, die Hebung und der Transport an Land benötigten noch einmal rund 30 Minuten.

Die Tauchergruppe, die den Fuschlsee entlang der Seepromenade im Ortsgebiet reinigte, war in einer Tiefe von bis zu 15 Metern unterwegs - und brachte allerlei Kurioses an die Oberfläche: von Muscheln bewachsene Gartenmöbel und schwere Sonnenschirmständer, einen Autoreifen und ein Schneeräumgerät aus Metall. Darüber hinaus wurden ein Sonnenschirm, ein Holzfass, Flaschen, Plastikmüll, Kunststoffnetze und Stahlbänder aus dem See gefischt.

Die Entsorgung des geborgenen Ruderbootes und des gesammelten Mülls übernahmen die Bundesforste, sie erfolgte über das Altstoffsammelzentrum Fuschl. Ein Hotelier, der froh über die Säuberung des Seegrunds vor seinem Hotel war, hat den dort angesammelten Müll selbst weggebracht.

Seenreinigung der Bundesforste mit Partnern

Die regelmäßigen Seenreinigungsaktionen sind eine Initiative der Österreichischen Bundesforste in Zusammenarbeit mit Tauchvereinen, der Wasserrettung oder der freiwilligen Feuerwehr. "Die regionalen Vereine und Organisationen sind wichtige Partner für uns, um die Seen sauber zu halten. Die Zusammenarbeit funktioniert seit Jahren ausgezeichnet. Vielen Dank dafür", freut sich Georg Schöppl, Bundesforste-Vorstand für Finanzen und Immobilien.

Aufgerufen am 28.11.2020 um 09:15 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/im-fuschlsee-nach-unrat-getaucht-94560931

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