Chronik

Im Kampf gegen aussterbenden Ortskern

Ein Pensionist engagiert sich in Werfen für die Ortskernstärkung. "Ich habe einiges an Geld in die Hand genommen und hier investiert", meint Herbert Deutinger - und das tat er nicht zum ersten Mal.

„Das Lokal ist so gut wie fertig und eine Marktnische. Es wartet nur noch auf geeignete Pächter“, so Herbert Deutinger. SN/sw/riedler
„Das Lokal ist so gut wie fertig und eine Marktnische. Es wartet nur noch auf geeignete Pächter“, so Herbert Deutinger.

Der letzte Bäcker, Metzger oder das Wirtshaus schließen, während am Ortsrand neues Bauland ausgewiesen wird. Eine Herausforderung, vor der viele Gemeinden gleichermaßen stehen, ist das Aussterben der Ortskerne. Die Leerstände innerorts nehmen zu. Herbert Deutinger kämpft seit Jahren dagegen an: Er hat vor Jahren ein altes, historisches Gebäude aus dem 14. Jahrhundert erworben. "Früher gab es in Werfen mehrere Nahversorger. Dann blieb nur noch ein kleiner Markt in diesem Gebäude im Ortskern übrig. Die Gemeinde hatte bereits konkrete Pläne für einen Supermarkt im Gewerbegebiet außerhalb des Ortes. Doch das wäre der Tod aller anderen Geschäftstreibenden im Zentrum gewesen", meint Deutinger, der einiges an Überzeugungsarbeit in Gemeindesitzungen aufbrachte und schließlich ein Umdenken der Fraktionen erreichte: "Ich habe dann auf eigene Kosten den kleinen Markt ausgebaut. Die Verkaufsfläche auf 700 Quadratmeter erweitert."

Persönlich ging Deutinger dann im nächsten Schritt auf die Eigentümer der Tiroler Supermarktkette Mpreis zu und begeisterte diese als Pächter für einen modernen "Markt im Markt".

Mittlerweile wird das Lebensmittelunternehmen im Ortszentrum erfolgreich von der Bevölkerung angenommen. "Ich habe dann von vielen gehört, dass im Ort noch ein Bistro oder Café - quasi als sozialer Treffpunkt - fehlen würde. Deshalb habe ich noch weitere 70 Quadratmeter im Haus, direkt neben dem Supermarkt, als solches ausgeschrieben. Aber niemand wollte für nötige Umbauarbeiten Geld in die Hand nehmen." Und so tat es Deutinger wieder und errichtete im vergangenen Jahr dort einen zeitlosen Gastraum, der gerade fertig wurde. "Was jetzt noch fehlt, ist nur mehr ein engagiertes Pächterpaar."

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