Chronik

Im Kampf gegen das Bienensterben

Das weltweite Bienensterben bereitet vielen Experten Kopfzerbrechen. Die fleißigen Insekten liefern nicht nur Honig, sondern sind wohl einer der wichtigsten Bestandteile des Ökosystems.

Imker Jakob Steffner SN/sw/riedler
Imker Jakob Steffner

"Sterben die Bienen?", fragen sich besorgte Zeitgenossen. In der Tat ist ein besorgniserregender Rückgang vieler Bienenarten festzustellen. 696 Bienenarten sind in Österreich nachgewiesen.

Seit der landwirtschaftlichen Intensivierung ab den 1960er-Jahren kam es zu einem mas- siven Rückgang der Artenvielfalt in der Fläche. Die Arten starben nicht gleich aus, aber sie wurden in Rückzugsbiotope zurückgedrängt.

Im Pongau gibt es rund 500 Imker. Die artgerechte Züchtung der Bienen ist ihnen ein großes Anliegen. Derzeit gibt es bei uns etwa 4500 Völker und 14 Imkervereine. Immer mehr Menschen interessieren sich für dieses Hobby.

Etwa ein Drittel unserer Nahrung ist direkt oder indirekt von den emsigen Sammlerinnen abhängig, so Jakob Steffner. Er ist Imker-Obmann von vier Gemeinden im Ennspongau. Steffner engagiert sich vor allem auch für das fachgerechte Betreiben der Imkerei, für Aus- und Fortbildung der Imker.

Redaktion: Jakob Steffner: Tatsache ist, dass für die Bienen weniger Lebensraum vorhanden ist. Durch schwere Geräte werden die Wiesen rasch gemäht und darauf müssen wir Imker reagieren. Nach einer Mahd kann es zu einem Gewichtsverlust von drei bis vier Kilo kommen.

Manche von uns verlegen die Bienenstöcke auch auf höhere Lagen, wie etwa ich in den Bereich der Gnadenalm am Tauern. Dort sind die Einflüsse der Umwelt nicht so stark und die Bienen finden genügend Nektar.

Was sind die Ursachen für das Bienensterben?Man darf hier nicht den Bauern alleine die Schuld geben.

Wichtig ist für uns Imker eine fundierte Aus- und Fortbildung, denn so können etwa Krankheiten wie die Varroamilbe vermieden werden. Ein Imker, der Wissen über Hygiene, Blüh- oder Trachtzeiten hat, der kann schneller reagieren und gezielt einem Völkerverlust gegensteuern. Bei uns ist es nicht so schlimm wie etwa in anderen Bundesländern wie Niederösterreich. Wir beobachten sogar, dass von dort Imker zu uns mit ihren Stöcken kommen, weil auch die Qualität des Honigs bei uns besser ist.

Was kann der Einzelne dagegen tun? Sie sind bekannterweise auch ein Vorreiter für sogenannte Blühstreifen?Wir Imker haben in Altenmarkt begonnen, solche Blühstreifen mit artgerechten Pflanzen beispielsweise beim Seniorenheim, bei der Gemeinde oder bei der Therme anzulegen. Dort wird nur zwei Mal jährlich gemäht und es gibt ein abwechslungsreiches Blütenangebot für die Bienen. Am Anfang gab es noch Stimmen, die bei der Gemeinde nachfragten, warum nicht ausreichend gemäht werde. Doch mittlerweile ist hierfür Bewusstsein entstanden. Es zählt jeder Quadratmeter Blühstreifen mit Saatgut für das ganze Jahr über.


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