Chronik

Im Lungau gibt es die meisten unehelichen Kinder

Die meisten Neugeborenen seit 1999 sind 2015 in Salzburg auf die Welt gekommen, nämlich 5494. Im Pongau sind die Mütter übrigens am jüngsten.

Symbolbild SN/Oksana Kuzmina - Fotolia
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Der Pongau hat die jüngsten Mütter, der Pinzgau den höchsten Anteil an Kaiserschnitten, der Lungau die höchste Unehelichenquote, der Tennengau den höchsten Anteil an Geburten außerhalb einer Krankenanstalt, der Flachgau die ältesten Väter und die Landeshauptstadt die schwersten Babys.

Das sind die kuriosesten Ergebnisse aus der aktuellen Geburtenstatistik des Landes Salzburg. Im Vorjahr wurden 5494 Salzburgerinnen und Salzburger geboren. Damit wurde der Rekord aus dem Jahr 2014 um 49 Geburten übertroffen. Noch mehr Geburten gab es zuletzt im vorigen Jahrhundert - nämlich im Jahr 1999.

Von den Babys waren 2888 Buben und 2606 Mädchen. Üblicherweise werden etwas mehr Buben als Mädchen geboren - die Jahre 2015 und 2013 liegen weit über dem Durchschnitt. 2014 war bisher in Salzburg das einzige Jahr, in dem mehr Mädchen als Buben geboren wurden.

Eine Salzburgerin bringt im Laufe ihres Lebens 1,55 Kinder zur Welt. "Zur Verhinderung eines Bevölkerungsrückganges bei ausbleibender Migration wäre ein Wert von etwas mehr als zwei Kindern pro Frau erforderlich", heißt es aus der Landesstatistik.

Mütter werden immer älter

Mit ein Grund für die niedrige Geburtenrate ist das höhere Durschnittsalter der Mütter. Das führt dazu, dass die Geburten "aufgeschoben" werden. Das durchschnittliche Fertilitätsalter lag 2015 bei 30,6 Jahren und ist damit innerhalb von zehn Jahren um 1,4 Jahre gestiegen. Vor 30 Jahren war eine Salzburger Mutter noch durchschnittlich 27,0 Jahre alt. Besonders stark zugenommen hat das durchschnittliche Fertilitätsalter beim ersten Kind. 1985 lag dieses bei 24,5 Jahren, 1995 bei 25,8 Jahren, 2005 bei 27,3 Jahren und 2015 bei 29,1 Jahren.

Im Pongau sind die Mütter am jünsten

Im Pongau waren die Mütter durchschnittlich 30,2 Jahre alt, im Flachgau 30,9 Jahre und in den anderen Bezirken zwischen 30,4 und 30,6 Jahre. Analog dazu waren die Flachgauer Väter mit durchschnittlich 34,4 Jahren die ältesten, während die Pongauer mit 33,2 Jahren Vater wurden. Landesweit war ein Vater beim ersten Kind durchschnittlich 34,0 Jahre alt. Bei 467 Kindern wurde keine Angabe zu den Vätern gemacht.

Starke Unterschiede bei der Unehelichenquote

Im Jahr 2015 wurden in Salzburg 44,1 Prozent der Babys, also 2424 von 5494 Kindern, unehelich geboren. Auch dieser Wert ist der höchste seit Beginn der Aufzeichnungen. In den Siebzigerjahren war der Anteil noch halb so groß.
Große Unterschiede gab es dabei zwischen den Bezirken: Während in der Stadt Salzburg nur 37,6 Prozent aller Babys unehelich geboren wurden, lag die Unehelichenquote im Lungau bei 65,0 Prozent. Österreichweit wurde nur im steirischen Nachbarbezirk Murau ein höherer Anteil erreicht.

Werden Kaiserschnitte geplant?

70,3 Prozent der 2015 in Salzburg geborenen Babys kamen auf natürlichem Wege zur Welt, 22,8 Prozent wurden mittels Kaiserschnitt geboren. Bei 6,4 Prozent wurde eine Saugglocke, bei 0,3 Prozent die Manualhilfe und bei 0,2 Prozent eine Geburtszange verwendet.

Damit verbleibt der Anteil der Kaiserschnittgeburten seit fünf Jahren konstant bei rund 23 Prozent. Erstmals wurde 2015 auch erfasst, ob der Kaiserschnitt bereits vor der Geburt geplant war oder ob es sich um eine Notsectio handelte. 48,3 Prozent der 1244 Kaiserschnitte waren geplant, 51,7 Prozent mussten kurzfristig durchgeführt werden.

Pinzgau führend bei Kaiserschnitten

Bei Geburten von Pinzgauer Babys wurde in 30,4 Prozent aller Fälle ein Kaiserschnitt angewendet, in allen anderen Bezirken lag der Anteil deutlich niedriger: in der Stadt Salzburg bei 22,9 Prozent, im Flachgau bei 22,4 Prozent, im Lungau bei 21,9 Prozent, im Tennengau bei 19,7 Prozent und im Pongau bei 18,3 Prozent.

Boom im Entbindungsheim Kuchl

98,5 Prozent aller Babys erblickten 2015 in einer Krankenanstalt das Licht der Welt. Im Lungau waren es sogar 100 Prozent. Das Entbindungsheim Kuchl sorgte dagegen dafür, dass im Tennengau "nur" 95,7 Prozent der Babys in einem Krankenhaus geboren wurden. 24 der 654 im Inland geborenen Tennengauer Säuglinge (3,7 Prozent) wurden dort geboren, insgesamt kamen im Vorjahr 43 Salzburger Neugeborene in Kuchl zur Welt.

Wie sieht das Salzburger Durchschnittsbaby aus?

Statistisch berechnet war es 2015 um das Salzburger Durchschnittsbaby folgendermaßen bestellt: 3310 Gramm Körpergewicht und 51 Zentimeter Körperlänge. Seit 1961 - dem ersten Jahr der detaillierten statistischen Aufzeichnungen zu Geborenen - lag das Durchschnittsgewicht damit stets zwischen 3250 und 3330 Gramm und die durchschnittliche Körpergröße immer bei 51 Zentimetern. Das Maximalgewicht lag 2015 bei 5080 Gramm und die Maximallänge bei 60 Zentimetern.

Die schwersten Babys kamen in der Stadt Salzburg zur Welt: Hier wog ein Baby im Mittel 3320 Gramm, geringfügig leichter wurden die Kinder im Flachgau, Tennengau und Pinzgau entbunden. Die Pongauer (3290 Gramm) und Lungauer (3250 Gramm) Säuglinge wogen dagegen durchschnittlich weniger als 3,3 Kilogramm.

Wer es ganz genau wissen will, kann im Bericht der Landesstatistik nachlesen, den das Team rund um Gernot Filipp erstellt (PDF-Download unten).

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 12:00 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/im-lungau-gibt-es-die-meisten-unehelichen-kinder-575716

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