Chronik

Im Tennengauer Tourismus geht es 2020 rund

Das Jahr 2020 wird ein Jahr der Neuerungen an einigen der Top-Tourismusstandorte im Tennengau, von neuen Rodeln und Attraktionen am Dürrnberg bis zum Heilwasser in Abtenau.

Die Aussage "Fahr nicht fort, bleib im Ort" könnte man angesichts der heutigen Klimadiskussionen befolgen. Langweilig? Ganz und gar nicht. Gerade der Tennengau hat viele Attraktionen zu bieten, sowohl für Gäste als auch für Einheimische. Die TN haben sich die "Hotspots" im Tennengau genauer angesehen und deren Licht- und Schattenseiten erfragt.

Zweifelsohne sind die Salzwelten am Dürrnberg der Touristenmagnet schlechthin. Manfred Mader, Standortleiter am Dürrnberg, spricht von 220.000 Besuchern pro Jahr. Im Juli und August ist Hochsaison und es gibt alle zehn Minuten eine Führung mit 54 Leuten - das sind bis zu 2700 pro Tag. Mader hat einen Geheimtipp an die Einheimischen: "Nicht im August bei Regenwetter kommen, sondern bei der nächsten Hitzeperiode, denn im Stollen hat es das ganze Jahr über konstant 10 Grad und er könnte somit als der größte Weinkeller des Tennengaus bezeichnet werden." Das ist bereits der erste Wermutstropfen: Fast niemand geht bei Hitze ins Salzbergwerk, jeder sieht es als Schlechtwetterprogramm. Der zweite Wermutstropfen laut Mader ist, dass es keine "Wiederholungstäter" gibt. Niemand besucht mehrmals pro Jahr das Salzbergwerk. Um mehr Gäste anzulocken, wird das Salzbergwerk Ende September 2020 für sechs Monate geschlossen. Dann wird eine komplette Neuinszenierung vorgenommen.

60.000 Fahrten von Mai bis Mitte Oktober

Im Gegensatz zum Salzbergwerk herrscht bei den Zinkenliften bei Sonnenschein Hochbetrieb. Was jedoch beide gemeinsam haben, ist ein internationales Publikum von Jung bis Alt. Andreas Klimitsch, Geschäftsführer der Zinkenlifte, freut sich über 60.000 Fahrten von Mai bis Mitte Oktober, hat aber auch ein weinendes Auge: "Die Anlage ist 19 Jahre alt und muss nächstes Jahr erneuert werden." Das bestätigt auch Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ): "Es muss in neue Rodeln investiert werden. Entweder wir schaffen neue Rodeln mit dem gleichen Gewicht von 40 kg an, das würde ca. 300.000 Euro kosten, oder wir entscheiden uns für ein automatisches Beförderungssystem, das käme allerdings auf 800.000 Euro, würde aber die Angestellten entlasten."

Josef Klein, Betriebsleiter der Zinkenlifte und seit 25 Jahren im Geschäft, könnte bereits Bücher über die verschiedensten Vorfälle im Sommer schreiben. Zusammengefasst meint er: "Wichtig ist es, sich auf die unterschiedlichen Gäste einzustellen. Ich habe schon viel erlebt. Das ist kein Wunder bei 1000 Fahrten pro Spitzentag."

Parkplatz- und Müllprobleme am Seewaldsee und im Bluntautal

Für Franz Pölzleitner vom Gästeservice Tennengau sind das Bluntautal und auch der Seewaldsee die "Hotspots" und Herausforderungen: "Da gibt es sehr viele Tagesgäste. Dadurch entstehen ein Parkplatz- und auch ein Müllproblem." Dem stimmt Gollings Bürgermeister Peter Harlander (ÖVP) zu: "Der Parkplatz ist an Spitzentagen zu klein. Viele parken die Einfahrten von Privatpersonen zu. Das geht natürlich nicht. Auf lange Sicht gehört unbedingt eine Lösung angedacht."

Von Massentourismus sei laut Pölzleitner dennoch nicht zu sprechen. "Wichtig ist, dass wir auf das schauen, was wir haben. Gerade das Thema Gesundheitstourismus ist in Zukunft relevant. Da bedarf es einer Produktentwicklung einerseits für Einheimische, andererseits auch für die Gäste" , so der Tourismus-Experte. Dem stimmt auch der Obmann des TVB Hallein, Rainer Candido, zu: "Hallein ist die kleine Schwester von Salzburg und ein Geheimtipp sowohl für Einheimische als auch ausländische Gäste. Daher ist es wichtig, Ausschau nach Menschen mit denselben Sehnsüchten und Affinitäten zu halten. Viele Menschen heutzutage schätzen das Kleine und Feine im Gegensatz zu den überlaufenen Orten. Daher setzen wir auf Qualitäts- statt Massentourismus."

Abtenau forciert das Thema Gesundheit

Genau da springt die Gemeinde Abtenau auf den Gesundheitszug auf: Es wurde bereits eine Studie zum Heilwasser in Abtenau fertiggestellt. Nun muss man sich mit folgenden Fragen befassen: Wo gibt es eine touristische Infrastruktur? Wie kann man diese fördern? Das Ziel ist, das Thema Wandern und "Jungbrunnen" zu vermarkten. Das wird in ungefähr einem Jahr so weit sein. Während in Abtenau die Betten vorhanden sind, aber die Auslastung (noch) nicht gegeben ist, hat Hallein wiederum wenig Betten, obwohl es viele Anfragen gebe.

Salzbergwerk-Besucher in die Altstadt locken

Um Hallein und den Dürrnberg noch attraktiver zu machen, gibt es bereits viele Ideen. So wird laut Mader angedacht, beim Kauf von Salzbergwerk-Tickets den Gästen Gutscheine oder Ermäßigungen für Halleiner Betriebe auszustellen. Candido ergänzt: "Hallein kann auf drei Säulen bauen: eine Insel, die Altstadt und einen Berg. Das ist eine Besonderheit. Daraus möchten wir einen Kreislauf bilden. Gemeinsam mit anderen touristischen Leitbetrieben sind wir gerade in der Umsetzungsphase von konkreten Projekten, die vermutlich Ostern 2020 präsentiert werden."

Vorreiter in puncto "Spaß-Faktor am Berg" ist im Tennengau Brunos Bergwelt in Rußbach. Mit der Hornspitzbahn geht es auf 1450 Meter, wo bereits viele Themenwanderwege und lustige Lern- und Spielstationen auf Groß und Klein warten.

Aufgerufen am 23.08.2019 um 01:46 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/im-tennengauer-tourismus-geht-es-2020-rund-74816977

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