Chronik

Imker ärgern sich über falsche Versprechen

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"Uns Imkern wurde fix versprochen, dass der Lehrgang zur Ausbildung zum Facharbeiter für die Bienenwirtschaft eine Förderung durch den Bildungsscheck erfährt", sagt der Obmann des Imkervereins Altenmarkt, Eben und Filzmoos, Jakob Steffner. Doch trotz Ankündigung und Bewerbung durch die Landwirtschaftskammer gab es keine solche Unterstützung.

In diesem Lehrgang wird umfangreiches Wissen zur Imkerei vermittelt und er läuft ein bis zwei Mal wöchentlich über ein ganzes Jahr lang. Die Imker kostet er gut 1200 Euro: "Eine sehr wichtige Ausbildung", betont Steffner, "über die wir auch sehr froh sind. Gerade für Imker ist gutes und aktuelles Wissen über Bienen wichtig und steuert beispielsweise dem Bienensterben gegen. Dazu wird viel praktisches und theoretisches Wissen etwa über das Leben der Biene, vieles zur Bienenpflege oder zu Bienenschädlingen vermittelt. Die gesamte umfangreiche Ausbildung zum Facharbeiter der Bienenwirtschaft ist für uns Imker ein wertvolles Werkzeug und kommt auch den Imkerkollegen der einzelnen Salzburger Ortsgruppen und Vereine zugute. Wir finden es nicht gerecht, dass man uns etwas verspricht, das nicht gehalten werden kann. Es geht auch um eine Wertschätzung der vielen Imker im Salzburger Land." Der Bildungsscheck des Landes würde diesen Lehrgang im zweiten Bildungsweg immerhin mit 600 Euro unterstützen.

Seitens der Organisatoren betont Rainer Höllrigl von der Lehrlings- und Fachausbildungsstelle der Land- und Forstwirtschaft, dass es nicht in deren Ermessen liege, "dass diese Ausbildung zum Facharbeiter keine Berücksichtigung durch das Land Salzburg fand. Für den Kurs, der im Jahr 2017 startete, haben wir das noch beworben, weil es zu diesem Zeitpunkt noch offen war." Etwas, das Jakob Steffner und seine Kollegen von den Imkervereinen verärgert: "Der Kurs wurde zwei Jahre mit dieser Unterstützungszusage beworben. Das ist kein faires Vorgehen."

"Bildungsscheck ist Arbeitsmarktförderung"

Seitens des zuständigen Büros von Landeshauptmann Wilfried Haslauer hieß es dazu in einer offiziellen Stellungnahme: "Die Sachlage wurde bereits mehrfach besprochen - auch mit den Damen und Herren von der Landwirtschaftskammer. Die Kriterien für den Bildungsscheck wurden auch immer in dieser Form seitens des Landes kommuniziert.

Die Faktenlage ist folgende: Der Bildungsscheck ist eine Arbeitsmarktförderung - keine allgemeine Bildungsförderung. Das heißt, es können laut Richtlinie nur berufliche Aus- und Weiterbildungen gefördert werden. Ein zweites Standbein, so wie es die Imkerausbildung für viele Teilnehmer ist, ist über den Bildungsscheck nicht förderbar.

"Es ist seit Langem bekannt, dass es keine Förderung gibt"

Außer es ist jemand hauptberuflich Imker oder Landwirt (egal ob Haupterwerb oder Nebenerwerb), dann kann er um eine Förderung ansuchen. Will man allgemein die Imkerausbildung in Salzburg forcieren, so müsste man eine eigene Förderrichtlinie/eigenen Fördertopf dafür schaffen. Dies wäre dann aber nicht Aufgabe der Arbeitsmarktförderung. Die Arbeitsmarktförderung erledigt pro Jahr ca. 5000 Förderfälle positiv. Bei der Abwicklung ist man an die Förderrichtlinie gebunden. Es ist seit Langem bekannt, dass es über den Bildungsscheck keine generelle Fördermöglichkeit für Imkerausbildungen gibt. Jeder Antrag wird von den Sachbearbeitern individuell geprüft und entschieden. Ist aber jemand Landwirt oder hauptberuflich Imker und werden die übrigen Fördervoraussetzungen erfüllt, so wird eine Förderung für eine Imkerausbildung gewährt."

Aufgerufen am 21.11.2018 um 07:04 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/imker-aergern-sich-ueber-falsche-versprechen-46879462

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