Chronik

Immer weniger Kinder können gut schwimmen

In Wien kann die Hälfte der Achtjährigen nicht schwimmen.So dramatisch ist die Situation im Flachgau nicht, dennoch gilt es entgegenzuwirken. Die Wasserrettung hat mit ihren Schwimmkursen eine Vorreiterrolle inne. Was fehlt, ist ein Hallenbad.

"Das Wasser ist kalt", zittert die sechsjährige Christina, eingehüllt in ein Handtuch, in den Armen ihrer Mutter Kathrin Wallner. Dabei hat der Obertrumer See an diesem sonnigen Sonntagvormittag angenehme 26 Grad. Für die Seehamerin Kathrin Wallner ist der Kinderschwimmkurs im Strandbad Seeham, den die örtliche Wasserrettung gratis anbietet, ideal. "Christina konnte vorher schon ein bisserl schwimmen, aber die Sicherheit hat noch gefehlt." Eine Mutter aus Michaelbeuern bestätigt: "Das ist ein tolles Angebot, man kann einfach kommen und ist nicht wie bei anderen Schwimmkursen zehn Tage lang gebunden." Ziel für die ganz jungen Teilnehmer ist die Prüfung zum "Pinguin", dafür müssen 25 Meter selbstständig geschwommen werden. Dass Kinder schwimmen lernen, ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Laut einer Befragung kann in Wien rund die Hälfte der Achtjährigen nicht mehr schwimmen, was schon beim Plantschen im Strand- oder Hallenbad gefährliche Folgen haben kann. Ganz so schlimm ist die Situation im Flachgau nicht, wie Ortsstellenleiter Peter Buchegger von der Österreichischen Wasserrettung (ÖWR) Seeham weiß. "Wir merken aber schon, dass viele Kinder sich gerade so über Wasser halten können oder technisch nicht sehr sauber schwimmen." In Seeham setzt man früh an und ermöglicht bereits im Kindergarten einen Schwimmkurs, der vom ehemaligen Obmann Wolfgang Stallegger organisiert wird. "Wetterbedingt ist der Kurs heuer aber ins Wasser gefallen, deshalb haben wir vergangene Woche Zusatzunterricht angeboten. Die Nachfrage ist auf jeden Fall enorm", so Buchegger. Schon seit 50 Jahren bietet die Seehamer Wasserrettung der Bevölkerung Schwimmkurse und hat damit sehr gute Erfolge.

Einen allgemeinen Rückgang der Schwimmquote bestätigt aber Markus Zainitzer, ÖWR-Landesreferent für Schwimmen: "Solche Zahlen wie in Wien haben wir nicht, aber es mangelt an Schwimmflächen. In den Seen sind Schwimmkurse nur zeitlich begrenzt und wetterabhängig möglich und die vorhandenen Schwimmflächen sind stark ausgelastet." Viele Bäder seien als Spaßbäder ausgelegt. Im Flachgau gibt es zudem kein einziges Hallenbad mehr. Zainitzer: "Nicht zuletzt deshalb wird in den Schulen nicht mehr viel angeboten und die Lehrer scheuen das Risiko, hat man doch eine große Verantwortung." Auch für die Wasserrettung sind die fehlenden Bäder ein Problem, man muss etwa allein für die Anfahrt zum Hallenbad in Burghausen eine Dreiviertelstunde einrechnen.

Machbarkeitsstudie für Hallenbad im Flachgau

Ein Hoffnungsschimmer: Der Regionalverband Salzburger Seenland hat eine Machbarkeitsstudie für ein Hallenbad im Flachgau in Auftrag gegeben, die noch heuer vorliegen soll.

Eine einzelne Ursache für den Rückgang der Schwimmer unter den Kindern zu nennen, ist jedoch schwer. "Wenn unsere Ortsstellen Schwimmkurse anbieten, ist das Interesse jedenfalls sehr groß", so Zainitzer. Dass sich das Engagement lohnt, zeigt dieser Sommer: "Die Wasserrettung hat angesichts des Wetters und des großen Andrangs an den Seen zwar mehr Einsätze zu verzeichnen, dabei handelt es sich aber vorwiegend um Bagatellfälle", so ÖWR-Landeseinsatzleiter Karl Kreuzhuber. "Vielleicht passen die Menschen wegen der großen Hitze besser auf." Wenn es zu Todesfällen kommt, seien meist Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Alkohol im Spiel.

Aufgerufen am 10.12.2018 um 10:22 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/immer-weniger-kinder-koennen-gut-schwimmen-38891284

Ihr Liebling ist die Krappwurzel

Ihr Liebling ist die Krappwurzel

In ihrem Garten steht ein Indigostrauch, dort wachsen Färberginster und Mädchenauge. Damit taucht Franziska Ebner Seide und Wolle in Farbe und macht daraus Schmuck für die Seele. Die Blumen im elterlichen …

"Die Demokratie hat mich immer fasziniert"

"Die Demokratie hat mich immer fasziniert"

Mit dem grünnahen "Team für Thalgau" (TfT) will es Vizebürgermeister Karl Oberascher (60) bei den kommenden Wahlen noch einmal wissen. Dass die Neugestaltung des Zentrums von Thalgau durch Bepflanzung auch …

Schlagzeilen