Chronik

Impfmoral sinkt in Salzburg - Die Hälfte verweigerte Befragung

Die Salzburger Landessanitätsdirektion erhebt derzeit die Durchimpfungsrate unter Schülern der achten Schulstufe.

 SN/APA (dpa)/Arne Dedert

700 Jugendliche sollen befragt werden, sagt Salzburgs Landessanitätsdirektorin Hedelinde Neumann. "Wir haben zwar eine Impfdatenbank. Diese beinhaltet aber nur Daten über Kleinkinder. Bei Jugendlichen haben wir große Dunkelziffern, etwa weil viele von ihnen zugezogen sind."

Fakt ist jedenfalls, dass in Salzburg bereits bei Kleinkindern die Durchimpfraten deutlich unter der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation liegen, sagt die Sanitätsdirektorin. "Bei Masern oder der sechsfach-Impfung liegen wir zwischen fünf und zehn Prozent darunter." Wie wichtig ein hoher Impfschutz sei, sehe man in Ostösterreich, wo es derzeit rund 50 Masernfälle gebe.

Über die Gefahren der Krankheiten zu informieren sei auch Ziel der Erhebung, die derzeit durchgeführt werde. Erste Erfahrungswerte gebe es bereits. "Einige Jugendliche haben angegeben, nicht gegen Masern geimpft zu sein, weil sie die Krankheit bereits hatten. Dabei haben sie die Masern mit einer harmlosen Erkrankung verwechselt."

Die steigende Skepsis in der Bevölkerung zeigte sich ebenfalls in ersten Befragungen: Nur die Hälfte der Jugendlichen war bereit, mitzumachen, in einigen Fällen untersagten die Eltern die Teilnahme. Das sei bedauerlich, sagt Sanitätsdirektorin Neumann. "Wir wollen auch die impfkritischen Personen erreichen, um eine gute Aussage über den Impfsschutz in Salzburg treffen zu können."

Quelle: SN

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