Chronik

In der Lederhose rund um die Welt

Walter Holitzky hat seit 15 Jahren Fernweh. Jetzt geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Walter Holitzky nimmt seine Heimat mit auf die Reise.  R. Holitzky
Walter Holitzky nimmt seine Heimat mit auf die Reise. 

Am 14. Dezember geht es los. Dann reist Walter Holitzky zu Beginn von St. Michael zu einer Freundin nach Kiew (Ukraine). Die Idee zu seinem Projekt "Lederhosn round the world" entstand vor zweieinhalb Jahren. "Damals habe ich mit meiner Idee bei meinem Chef Ulrich Hutter angeklopft. Er war sehr offen und unterstützt generell Projekte hinsichtlich der Work-Life-Balance. Aufgrund der Gesetzesänderung bei den ,Registrierkassen' und der damit verbundenen Arbeit hat sich meine Expedition um zwei Jahre verschoben", sagt der 37-jährige Leiter für Technik & Support bei der Firma GMS - IT-Dienstleister für Hotellerie und Gastronomie.

Mit seinem Arbeitgeber hat er ein Arbeitszeitmodell (Sabbatical) für einen längeren Sonderurlaub vereinbart. Seit einem dreiviertel Jahr spart er sich Zeit auf. "Ich bekomme Lohn für 31 Stunden pro Woche, verrichte aber wie gewohnt 40 Stunden und sammle dadurch ein Guthaben."

Die ersten drei Monate wird er auch unterwegs 20 Stunden pro Woche arbeiten. Einzig Internet und Laptop benötigt er dafür. "Mein Handy bleibt während der Reise ausgeschaltet. Ich habe es nur für Notfälle dabei. Kommuniziert wird ausschließlich mit dem Laptop."

Schon in den letzten Jahren reiste Holitzky quer durch die Welt. Kanada, Marokko und einige Städte in Europa hat er bereist. "Den Traum, die Welt anzusehen, habe ich schon lange. Ich möchte andere Kulturen, Menschen und Architektur kennenlernen. Man wird süchtig danach. Während man reist, überlegt man sich schon das nächste Ziel."

Für sein Outfit während der Reise hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: "Seit den letzten Jahren trage ich im Sommer ausschließlich meine Lederhose. Die Lederhose ist für mich ein Kulturgut und verkörpert Tradition." In Kiew wird er noch in Zivilkleidung anzutreffen sein. Ab seinem nächsten Ziel Bangkok wird seine geliebte Lederhose zum Einsatz kommen. "Die Lederhose ist praktisch. Vor allem beim Reisen. Man muss sie nicht waschen", schmunzelt der St. Michaeler. Als weitere Ziele stehen Vietnam, Neuseeland und Australien fest. Der Rest ist offen: "Südamerika würde mich ebenfalls reizen. Ich fühle mich auf alle Fälle top vorbereitet, bin geimpft, habe mich informiert und habe alles schon gepackt." In zwei Rucksäcken mit insgesamt 13 Kilogramm wird sich sein gesamtes Reise-Equipment befinden.

Seine Freunde sehen das Vorhaben zwiespältig: "Manche freuen sich mit mir, andere machen sich etwas Sorgen und andere glauben überhaupt, dass ich gar nicht mehr zurückkomme und irgendwo hängen bleibe."

In seiner Freizeit organisiert Walter Holitzky die Pikke-Weltmeisterschaft in St. Michael und ist Initiator des Ächtleng-Festes in seiner Heimatgemeinde. Diese Traditionen will er auf seiner Reise ebenfalls publik machen: "Natürlich möchte ich auch als Botschafter für unsere Heimat auftreten und überall berichten, wie schön es bei uns daheim ist. Der Pikke-Sport ist überall umsetzbar. Es braucht nur ein Stück Holz."

Um seine Erlebnisse dauerhaft zu sichern, erstellt Walter Holitzky einen Reiseblog im Internet. Via GPS-Tracker können ihn Freunde, Familie und Interessierte live aus der Heimat bei seiner Reise verfolgen. "Es ist für mich eine eigene Plattform als Alternative zu Social Media." Die Heimreise will er im Juni 2019 antreten.

Alle Infos zu der Expedition gibt es im Internet unter www.holitzky.com/lederhosn

Aufgerufen am 24.11.2020 um 11:21 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/in-der-lederhose-rund-um-die-welt-62089345

Schöne Heimat

Ein schöner Herbstmorgen

Von Lois Eßl
23. November 2020
Gensgitsch Alm mit Blick zu Aineck-Speiereck

Schlagzeilen