Chronik

In der Oberalmer Bibliothek macht das Lesen Spaß

Gudrun Scheibl war fast 19 Jahre lang die Bibliothekarin im Filzhofgütl in Oberalm. Sie organisierte nicht nur Schnitzeljagden.

"Im Jahr 2001 hatten wir 6500 Entlehnungen, 2018 waren es bereits 35.000. Pro Tag kommen nun um die 50 bis 60 Personen und es gibt 200 Entlehnungen", so Gudrun Scheibl, die mit 31. Dezember 2018 in Pension geht und von Tanja Husty ablöst wird. Lesen ist also wieder "in" - und die Bibliothek ist nicht nur ein Ort der Stille, sondern auch ein Treffpunkt für viele Einheimische.

Die Kinder kommen mit den Eltern immer wieder in die Bücherei

"Viel geht über die Kinder. Wenn die einmal hier waren, dann kommen sie immer gerne wieder und nehmen auch die Eltern mit", so Scheibl. Wer nun glaubt, dass eine Bibliothekarin nur am Schreibtisch sitzt, der irrt. Lesungen, Literaturfrühstücke, Klassenführungen, Kindergartenbesuche, Veranstaltungen und Kooperationen werden organisiert, damit die Leute Lust aufs Lesen bekommen. Auch Tätigkeiten wie Bücherauswahl, Einkauf, Katalogisieren, Verwalten zählen zu den versteckten Aufgaben.

"Die 15- bis 25-Jährigen kommen eher selten zu uns in die Bücherei, denn das ist ein Alter, in dem die Menschen sich zu wenig Zeit fürs Lesen nehmen. Ansonsten sind wir ein gern genutzter Treffpunkt", erzählt Scheibl. Vor allem deshalb, weil eine Bibliothek weder politisch noch religiös angehaucht ist und das Entlehnen auch nichts kostet - außer man übersieht die Rückgabefrist.

Krimis stehen Hoch im Kurs

Was kann man im Filzhofgütl ausleihen? Neben Büchern - Krimis stehen gerade hoch im Kurs - gibt es auch DVDs, Hörspiele, Zeitschriften und Spiele.

Die Bücherei - oder eben Bibliothek genannt - gibt es seit 1992: "Damals sah sie aber noch nicht so aus wie jetzt", erklärt Scheibl. Mit vielen ehrenamtlichen Stunden brachte sie die Bücherei auf Vordermann, beschriftete, ordnete, katalogisierte. "Sieben Jahre lang habe ich das ohne Entgelt getan, bis ich mich dann auf die Füße gestellt und eine Anstellung über 20 Stunden bekam. Es war und ist mein Traumberuf. Daher werde ich traurig sein, wenn ich meine Bücherei verlasse." Bevor Scheibl nach Oberalm kam, war sie zehn Jahre lang in der Stadtbibliothek Salzburg tätig. Ihre Kreation in der Bücherei ist die Schnitzeljagd mit Bücher-Quizfragen, die sie nicht nur erfunden hat, sondern vielen Kindern die Sommerferien versüßte. "Auch ein Büchercafé wäre nett gewesen. Aber dafür braucht man eine Konzession, was nicht so einfach ist", erzählt Scheibl.

Auf Gudrun Scheibl folgt Ende des Jahres Tanja Husty

Nachfolgerin Tanja Husty, die sich gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt hat, möchte die Schnitzeljagd weiterführen: "Ich arbeite noch 20 Stunden bei der Finanzkammer der Erzdiözese, freue mich aber nun auf die zusätzliche Tätigkeit hier in der Bücherei."

Während die Bücherei früher nur vier Stunden geöffnet war, so sind es schon zwölf Stunden, und zwar am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr und am Mittwoch von 10 bis 13 Uhr.

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