Chronik

In Manfred Stolls Laden herrscht seit über 30 Jahren "la dolce vita"

Das Geschäft von Manfred Stoll in der Imbergstraße versprüht italienisches Flair. Er bezieht viele Produkte aus dem südlichen Nachbarland. Der Espresso kommt von einem früheren Formel-1-Fahrer.

Ein Job von 9 bis 17 Uhr kam für Manfred Stoll nie infrage. "Ich bin einfach kein Mensch, der den ganzen Tag im Büro sitzen kann. Ich brauche die Abwechslung und die Begegnung und Gespräche mit anderen Menschen", sagt der 53-Jährige.

Nach dem Abschluss der Handelsschule wollte er sich selbstständig machen. "Ich musste dafür aber vorher im Großhandel für Obst und Gemüse arbeiten, um den Gewerbeschein zu machen", erinnert sich der Unternehmer. Vor 32 Jahren eröffnete er sein erstes Geschäft auf dem Müllner Hügel. "Dort gab es damals noch kaum eine Versorgung mit Lebensmitteln." In dieser Zeit lernte er auch seine jetzige Frau Eva kennen, die von der Bäckerfamilie Holztrattner stammt, von wo er auch sämtliches Gebäck bezieht.

Nach kurzer Zeit übersiedelte er und eröffnete das Geschäft mit dem Namen "Del Ital Essen" in der Imbergstraße, das er vor 21 Jahren durch den Konkurs der Firma Stefanitsch erweitern konnte. Er spezialisierte sich auf exklusive Waren aus dem italienischen Raum. So kommen unter anderem Wurst, verschiedene Sorten von Prosciutto und Parmesan aus Modena. Gemeinsam mit seiner Frau Eva und seiner Tochter Maria führt er das Geschäft. "Ich bin früher schon sehr oft nach Italien gefahren, da habe ich viele Leute und Firmen aus der Branche kennengelernt, die Kontakte im deutschsprachigen Raum gesucht haben. Daher war es naheliegend, dass ich mich auf italienische Produkte spezialisiere", sagt Manfred Stoll.

Früher sei er noch regelmäßig zu seinen Geschäftspartnern in den Süden gefahren. Mittlerweile sei das aber nur noch ein Mal im Quartal notwendig. "Sowohl ich als auch andere Kunden werden direkt beliefert. Das funktioniert auch sehr gut. Am Anfang war so was unvorstellbar, da musste man alles selbst abholen."

Für Manfred Stoll ist es wichtig, dass jeder Mensch bei ihm einkaufen kann. "Ich biete von günstigen Jausen, Speiseeis bis hin zu teuren Weinen sehr vieles an, da ist für jeden etwas dabei", so der 53-Jährige. Viele Leute kommen auf einen Espresso vorbei. Diesen bezieht er von der Firma Nannini in Siena. Deren Geschäftsführer Alessandro Nannini fuhr bis zu einem Hubschrauberabsturz 1990, bei dem er fast einen Arm verloren hätte, für Benetton in der Formel 1. Seine Schwester Gianna Nannini ist eine bekannte Musikerin. "Sowohl der Kaffee als auch die Maschine müssen von höchster Qualität sein", sagt Stoll.

Er bezieht aber auch Produkte von regionalen Anbietern. So arbeitet er eng mit der Grödiger Metzgerei Fuchs und dem Fischhändler Grüll zusammen. Manchmal steht der 53-Jährige aber auch selbst in der Küche und macht eigene Produkte wie Marmeladen oder Aufstriche. "Das war mir auch immer wichtig, dass diese Produkte frischer und qualitativ besser sind als jene, die von der Industrie erzeugt werden."

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